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„Und wenn ich mich vor den Bagger stelle“

Abriss des alten Schulgebäudes in Todenmann „Und wenn ich mich vor den Bagger stelle“

Der Abriss des alten Schulgebäudes Bleekebrink 2 zugunsten des Baus einer neuen Fahrzeughalle für die Ortsfeuerwehr stößt bei einigen Bewohnern auf heftige Kritik. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde in der Sitzung des Ortsrates Todenmann zeigten sie sich enttäuscht, dass ihrer Ansicht nach nicht alles dafür getan wurde, dieses historische Gebäude zu erhalten.

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Dieses idyllische Bild wird es bald nicht mehr geben. Die alte Dorfschule als Eingangstor in das Kirschendorf wird einer Metallfahrzeughalle weichen müssen.

Quelle: pr.

Todenmann. „Wir als SPD-Fraktion werden dem Anriss zwar zustimmen, aber es ist eine Zustimmung mit Bauchschmerzen“, sagte Ratsfrau Renate Beu. „Viele Bürger haben zu diesem Gebäude eine emotionale Beziehung und wünschen sich den Erhalt des alten Schulgebäudes.“

 Auch Ratsfrau Annette Steuer zeigte sich enttäuscht. „Ich kann mich nicht mit dem Abriss des Gebäudedenkmals aus dem Jahr 1911 und dem Bau an gleicher Stelle eines unschönen Zweckbaus aus Metall anfreunden. Außerdem fehlen mir Entscheidungsgrundlagen über die Art und Weise des Baus.“

 Auch Björn Rinne plädierte vehement für den Erhalt des alten Schulgebäudes. „Die alte Schule am Ortseingang von Todenmann ist meiner Ansicht nach von ortsprägender Bedeutung, da sie gegenüber dem allseits bekannten Dingelstedt-Denkmal am Alten Zollhaus das Eingangstor unseres Dorfes ist. Wir Todenmanner selbst haben diesen Ort nicht umsonst mit einem kleinen Brunnen und einem aufwendig gestalteten Willkommensschild bewusst betont. Die Schule ist mit ihren alten japanischen Zierkirschbäumen auch keinesfalls zufällig auf dem Titelbild des ,Todenmanner Ortsspaziergangs‘ im Internet abgebildet, sondern geradezu Sinnbild und Visitenkarte für unser Kirschendorf.“ Er sei der Auffassung, dass vor endgültigen Entscheidungen erst alle zur Verfügung stehenden Mittel und Wege ausgeschöpft werden müssten, um das Ortsbild und die Dorfkultur zu schützen. „Vor dem Hintergrund der geschichtlichen Bedeutung der Schule für unser Dorf können wir nicht aus wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen einzelner die Augen verschließen. Das sehen auch der Niedersächsische Heimatbund und die Niedersächsische Landesregierung so. Sie sind der Auffassung, dass durch Engagement der Bürger eine Reanimation alter Gebäude möglich ist. Mit Mitteln aus dem EU-Strukturfonds kann oft die materielle Basis geschaffen werden“, führte Rinne an und gab sich kämpferisch. „Ich werde für den Erhalt des historischen Schulgebäudes kämpfen, und wenn ich mich vor den Bagger stellen muss.“

 Ortsbürgermeister Uwe Vogt erklärte, dass die Stadt über viele Monate alles versucht hätte, die Immobilie zu verkaufen. Ein Erhalt des Gebäudes und der Umbau in ein Dorfgemeinschaftshaus würden an den hohen Sanierungskosten scheitern. Diese könnten nach Berechnungen von Fachleuten um die 450.000 Euro betragen. Außerdem sei man auf der Suche nach einem Trägerverein nicht fündig geworden.

 Um ein Andenken an das Gebäude der alten Schule zu haben, regte Gerd Beu an, die Tafel aus Sandstein mit dem Baujahr aus der Giebelseite zum Bleekebrink herauszutrennen und in die Fassade der neuen Halle zu integrieren.

 Für die Realisierung des neuen Feuerwehrgerätehauses stehen Haushaltsmittel in Höhe von 151.000 Euro zur Verfügung. Die für den Abriss des alten Schulgebäudes erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von etwa 40.000 Euro müssen zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. peb

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