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Verätzte Pflanzen an der Aue

Unbekannte Flüssigkeit schwimmt auf Wasseroberfläche Verätzte Pflanzen an der Aue

Eine Anwohnerin hat am späten Montagnachmittag die Ortsvorsteherin von Poggenhagen, Ulrike Frey, alarmiert: Auf der Aue schwimmt eine schillernde Flüssigkeit, die ätzend stinkt.

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Nächtlicher Einsatz für die Kathrinhäger Feuerwehrleute: Sie müssen Ölsperren in der Aue setzen. 

Quelle: la

POGGENHAGEN. Frey hat sich sofort ihr Fahrrad geschnappt und sich den Schaden vor Ort angeschaut. „Die Flüssigkeit auf der Wasseroberfläche schillert bunt, sieht schmierig aus – und es stinkt bestialisch“, sagte Frey gegenüber dieser Zeitung. Da bei der Gemeinde Auetal niemand mehr zu erreichen war, informierte Frey die Polizei in Rinteln.

 Die Beamten entnahmen Wasserproben, die sie untersuchen lassen wollen und informierten die Untere Wasserbehörde des Landkreises Schaumburg. Inzwischen waren auch Martin Jäsche vom Bauhof der Gemeinde und Bauamtsleiter Friedhelm Liwack informiert und auf dem Weg nach Poggenhagen. „Besonders beängstigend fand ich, dass die Pflanzen, die mit der Flüssigkeit in Kontakt gekommen sind, verätzt waren und blutrot wurden“, so die Ortsvorsteherin.

 Hans-Jürgen Döring von der Unteren Wasserbehörde ordnete als erste Maßnahme das Setzen von Ölsperren an. Die Feuerwehrleute aus Kathrinhagen wurden dazu alarmiert. Eine Ölsperre im Kreuzungsbereich Poggenhagener Straße und Osterfeld wurde gesetzt, und dann gingen die Einsatzkräfte die Aue von Borstel in Richtung Poggenhagen ab, um festzustellen, wie weit die Verschmutzung reichte.

 Kurz vor der Stelle, wo der Mühlengraben, der nicht von der Verunreinigung betroffen ist, in die Aue fließt, wurde die zweite Ölsperre positioniert. Außerdem wurde die Flüssigkeit am Kanalausgang durch entsprechendes Bindemittel gebremst.

 Liwack, Jäsche, Frey und Döring machten sich schließlich gemeinsam auf die Suche nach der Ursache für die Verunreinigung. „Ich kann nicht sagen, um welche Flüssigkeit es sich handelt. Es sieht aus wie Heizöl, riecht aber wie Diesel“, stellte Döring fest. Liwack schließt auch ein Pflanzenschutzmittel nicht aus.

 Alle Grundstücke und Einläufe an der Poggenhagener Straße wurden noch am späten Abend überprüft. Einen Schaden konnte man allerdings nicht entdecken.

 Man stellte aber fest, dass die Einleitung in den Kanal vermutlich von einem Grundstück an der Poggenhagener Straße kommen muss. Mit einem Kamerawagen wurde der Kanal gestern in dem Bereich befahren.

 „Allerdings war das nicht sehr befriedigend. Wir haben kein eindeutiges Ergebnis erzielt. Im unteren Bereich war ein Stein im Weg und das obere Kanalstück stark verschlammt“, erklärte Liwack.

 Man sei nun zwar sicher, dass die Verschmutzung auf dem vermuteten Grundstück entstehe, habe aber nicht feststellen können, wo genau die Flüssigkeit austritt. „Am oberen Schacht des Grundstücks ist nichts festzustellen, aber im unteren Schacht – also am Ende des Grundstück – fanden wir die Flüssigkeit“, erklärte Liwack.

 Heute, spätestens morgen soll daher der gesamte Kanal gespült und dann noch einmal mit einer Kamera untersucht werden. Für die Spülung wird am Kanalende eine Absperrblase eingesetzt. „Damit wird verhindert, dass beim Spülen noch mehr von der Flüssigkeit in die Aue gelangt“, erklärte Liwack. Der Bauamtsleiter hofft, dass er für heute ein entsprechendes Kamerafahrzeug bekommen kann und dass die Schadstelle schnell gefunden wird. „Wir müssen feststellen, wo die Flüssigkeit herkommt, bevor es regnet. Sonst würde nämlich alles weggespült“, so Liwack.

 Der Anwohner sei übrigens sehr kooperativ. „Es wird nichts verschleiert, und ich gehe auch nicht davon aus, dass hier etwas bewusst in den Kanal und damit in die Aue eingeleitet wird. Der Grundstücksbesitzer hat uns in jeder Halle und auf dem gesamten Grundstück nachschauen lassen“, so Liwack.

 „Ich bin froh darüber, dass mich die Anwohnerin informiert hat und sich alle des Problems annehmen. Trotz später Stunde waren alle im Einsatz“, so Frey dankbar.

 Kinder sollten in diesen Tagen auf keinen Fall an der Aue spielen, denn die Flüssigkeit ist in jedem Fall leicht ätzend. Tote Fische wurden bislang noch nicht in der Aue entdeckt. la

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