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Vollsperrung: Ärger ohne Ende

Chaos Vollsperrung: Ärger ohne Ende

Das ist zu ahnen gewesen: Die kurzfristige Vollsperrung der Hauptstraße sorgt im Kirschendorf für jede Menge Ärger. Gäste erreichen die Hotels nicht, Patienten haben Mühe, zur Arztpraxis vorzudringen. Autofahrer versuchen ihr Glück vergeblich in der neuen Sackgasse Bleekebrink/Kirchschenweg.

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 Zu viel Erde: Der Aushub für den Kanalbau in der Ortsdurchfahrt wird auf diesem leeren Grundstück zwischengelagert und dann mit Lastwagen abtransportiert.

Quelle: dil

Todenmann (dil). Viele wenden einfach auf Privatgrundstücken. Kinder kommen zu spät zur Schule. Und alle finden: Die Sperrung der Ortsdurchfahrt wurde viel zu spät angekündigt. Ulrike Droste vom Gasthaus „Zur Linde“ ärgert sich: „Rechtlich können wir gar nichts machen, nicht mal Verdienstausfall einklagen.“

 Bei Droste war das Wochenende mit Feiern ausgebucht, und dann klingelte laufend das Telefon: „‚Wie sollen wir denn zu Euch hinfinden?‘, fragten viele. Ich habe doppelt so lange pro Anruf gebraucht als sonst, weil ich immer den Weg erklären musste“, sagt die Wirtin. Manche Gäste, die nur einen Tisch reserviert hatten, seien gar nicht gekommen. Die Betreiber der Geschäfte Heißmangel und Fernseh Kruse gegenüber seien genauso sauer. „Im Laden ist es sehr ruhig“, sagt Jörg Senne von der Firma Kruse.

 Auch Carolin Cremer vom Hotel „Altes Zollhaus“ kam vom Telefon kaum weg: „Wir hatten internationale Gäste von der Jubiläumsfeier eines Extener Unternehmens, von einer Tagung und jetzt von der Messe Agritechnica in Hannover. Die stehen dann vor Sperrschildern und wissen nicht, wie sie uns erreichen können. Bei der Stadt habe ich die Genehmigung bekommen, wenigstens vor der Einmündung Alte Todenmanner Straße einen Hinweis zu platzieren, dass man bis zu uns durchfahren kann.“

 Diesen Hinweis verstehen aber so manche Autofahrer, vor allem mit Mindener Kennzeichen, falsch. Sie wenden dann auf dem Hotelparkplatz oder versuchen, nach links oder rechts abzubiegen, wo sie jeweils in einer Sackgasse landen. Auch die Müllabfuhr und fremde Lastwagen rollen gern mal über den Hotelparkplatz. Cremer hat nun Blumenkübel aufstellen lassen, denn sie sah schon die geparkten Autos ihrer Gäste gefährdet.

 Helmut Künneke, Leiter der Verwaltungsstelle Todenmann, hat am Wochenende bei Spaziergängen sein blaues Wunder erlebt. „Mehr als 20 Autos wollten die Baustelle pro Tag über Bleekebrink und Kirschenweg umgehen, landeten aber immer wieder vor der Baustelle und mussten den ganzen Weg zurück.“ Da diese Strecke kurvenreich, ohne Gehweg und schmal ist, standen sich Fußgänger und Autos oft erschrocken gegenüber. Ein anderer Bürger habe, so Künneke, einen Kleinlastwagen aus Litauen dabei beobachtet, wie er den Bleekebrink bis zum Waldparkplatz hochgefahren ist und dann vor dem Waldwanderweg fragte: „Komme ich hier durch zur Autobahn?“ Natürlich nicht.

 Die Schulbusse fahren jetzt über Fülme, manche Kinder kommen dadurch zu spät zur Schule. Autofahrer, die in Richtung Minden wollen, suchen dagegen eine Ausschilderung über Fülme vergeblich. Sie müssen via Eisbergen fahren. Die Strecken über Fülme sind für Durchgangsverkehr nicht belastbar genug.

 Droste hatte für die in einigen Wochen absehbare Vollsperrung wegen der Asphaltierung des ersten Bauabschnitts sogar schon Schilder bestellt, die zu ihrem Gasthaus führen sollten (für Raiffeisengelände, Fülmer Straße und Hauptstraße), aber die hat sie jetzt noch nicht. „Meine Gäste sind schockiert, ich bin sauer, denn ich muss schließlich 25 Mitarbeiter bezahlen.“

 Auf der Baustelle sind am Freitag und Montag rund 250 Meter verbliebene Asphaltdecke abgefräst und abgefahren worden. Bodenaushub wird ebenfalls abtransportiert. Der Kanalbau unter der Fahrbahn hat noch nicht begonnen.

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