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Wächst und gedeiht

Streuobstwiese Wächst und gedeiht

Mit der Auelandschaft und der Streuobstwiese ist Hohenrode auf dem besten Weg ein Dorf mit Vorzeigeprojekten für den Naturschutz zu werden.

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Lea Hoffmann (l.) und Janina Güttrich von der Nabu-Jugend füllen den gepressten Apfelsaft in Kanister.wm

Quelle: wm

Hohenrode (wm). Wobei „Streuobstwiese“ inzwischen eher untertrieben klingt, gemessen an den Anfängen des vom Rintelner Lions Club unterstützten und im Jahr 1993 begonnenen Projekts. Denn die Fläche von ursprünglich einem Hektar hat sich inzwischen mehr als verdoppelt.

 Möglich gemacht hat das unter anderem die Stadt Rinteln, die eine Ausgleichsfläche dem Naturschutzbund (Nabu) zur Verfügung gestellt hat. Dann konnte der Nabu mit Unterstützung des Lions Clubs eine weitere Fläche kaufen. Jetzt hat außerdem eine Privatperson eine angrenzende Fichtenschonung ebenfalls dem Nabu überlassen.

 Das ist klassischer Wirtschaftswald. Der Nabu will dort Bäume fällen und einzelne „Bauminseln“ stehen lassen, damit sich die Schafe und Ziegen unterstellen können.

 Von all diesen neuen Entwicklungen konnten sich die Besucher des „Apfelfestes“ überzeugen. Dort weiden inzwischen 13 Skuddenschafe und zwei „Angoraziegenmönche“ als „Landschaftspfleger“.

 In der Mehrzahl sind es Schafe, weil diese selektiv fressen. „Ziegen gehen dagegen eher wie eine Abrissbirne vor“, scherzte Britta Raabe, die sich um die Tiere kümmert. Die Wolle der Schafe und Ziegen verarbeiten Raabe und Andreas Ostmeyer zu Schals, Pullovern und mehr. Die weiche Angorawolle gehört zur besten Wollqualität, die man kennt. Pullover aus der Wolle von Skuddenschafe wussten wegen des Lanolingehaltes, des Wollwachses, schon die Seeleute zu schätzen. Die daraus gestrickten Wollpullover sind stark Wasser abweisend. Raabe sagt: „Wenn sie damit arbeiten, haben sie keine rauen Hände mehr.“ Der Erlös aus dem Verkauf der Textilien wird wiederum in den Unterhalt der Tiere investiert.

 Die Schafe sind scheu, lassen den Besucher nur knapp auf Fluchtdistanz herankommen, ehe sie sich seitwärts ins Gebüsch schlagen. „Das ist auch so gewollt“, betont Raabe. Die Tiere sind ganzjährig draußen, werden nicht eingestallt und kommen prächtig mit den Bedingungen zurecht. Sie schlagen sich weder mit dem Fallobst derart die Bäuche voll, dass sie eine Kolik bekommen, wie eine Besucherin fürchtete, noch fressen sie Giftpilze oder Giftpflanzen, die auch auf dem Gelände wachsen.

 Auf der Apfelwiese ist Erntezeit – auch die Besucher des Apfelfestes waren deshalb dazu eingeladen, Äpfel zu pflücken. An der Apfelpresse machte sich der Vorstand persönlich nützlich: Nabu-Chef Nick Büscher und der stellvertretende Vorsitzende Dennis Dieckmann. Selbst der Trester wird weiter verwertet, den bekommt Bauer Giese für seine Schweine. Bratwurst aus deren Fleisch wiederum konnten die Besucher auf der Apfelwiese kosten. Perfekte Kreislaufwirtschaft.

 Und es gab Tipps. Etwa von Friedrich Wilhelm Huxold. Dieser macht nämlich aus dem frisch gepressten Apfelsaft Apfelgelee ohne Zucker: „Der Saft ist süß genug.“ Für alle, die auf der Suche nach einem neuen Geschmack bei Konfitüren waren, gab Maria Rollinger Ratschläge. Sie verarbeitet Wildfrüchte. Das ist deshalb etwas Besonderes, weil bei Wildfrüchten die klassischen Zubereitungsarten oft nicht funktionieren. So verriet sie beispielweise, wie man Kerne aus Hagebutten entfernt (mit Stumpf und Stiel kochen). Manches habe sie gelesen und viel recherchiert, der Rest sei die Methode Versuch und Irrtum gewesen. So sei jetzt sogar Mispelmarmelade gelungen: „Super zu Pfannkuchen.“

 Auch in der Auenlandschaft geht es weiter, wie Ortsbürgermeister Achim Heger schilderte: Dort soll für Exkursionen eine Aussichtsplattform gebaut werden, 2017 soll sie stehen.

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