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Wahrscheinlich fahrlässige Brandstiftung

Ermittlung zur Arensburg Wahrscheinlich fahrlässige Brandstiftung

Die Ermittlungen zum Brand an der Arensburg in Steinbergen sind inzwischen einen Schritt weiter: Die Staatsanwaltschaft geht von fahrlässiger Brandstiftung aus. Im Verdacht stehen die beiden Mädchen (15 und 16) und Jungen (19 und 20), die schon gestern von der Polizei befragt wurden.

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In Steinbergen geblitzt

Am Donnerstag brannte der Dachstuhl der Schlossklause der Arensburg komplett aus. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Quelle: tol

Steinbergen. Die Staatsanwaltschaft geht inzwischen davon aus, dass es sich bei dem Feuer in der Schlossklause um Brandstiftung handelt. Die beiden 15 und 16 Jahre alten Mädchen und 19 und 20 Jahre alten Männer werden derzeit nicht mehr als Zeugen, sondern als Beschuldigte gesehen, schilderte am Freitagmorgen auf Anfrage Nils-Holger Dreißig, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bückeburg.

Drei der Beschuldigten hätten Angaben zur Sache gemacht, ein Beschuldigter schweige bisher. Beim derzeitigen Stand der Ermittlungen gehe die Staatsanwaltschaft von fahrlässiger, nicht vorsätzlicher Brandstiftung aus. Um das zu klären, werde jetzt ein Gutachter eingeschaltet, außerdem soll ein dafür geschulter Polizeibeamter mit einem Spürhund die Brandstelle absuchen.

Trennung wegen Jugendstrafrecht möglich

Da es sich um Jugendliche und Heranwachsende handelt, erläuterte Dreißig, werde die Staatsanwaltschaft Bückeburg nach Abschluss der Ermittlungen das Verfahren an die zuständige Staatsanwaltschaft des Heimatortes der jungen Leute übergeben, das wäre die Staatsanwaltschaft in Bielefeld. Theoretisch könnte das Verfahren gegen die 19- und 20-Jährigen abgetrennt werden, aber man werde wohl auch hier vermutlich Jugendrecht anwenden.

Die Arensburg gehört derzeit dem Dolphin Trust in Langenhagen. Der hatte das Schloss im Dezember 2015 bei einer Auktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG in Berlin ersteigert. Ursprüngliche Idee sei gewesen, dort Eigentumswohnungen einzurichten, dazu eine Sporthalle und Sauna für die Bewohner, berichtete ein ehemaliger Mitarbeiter, der heute nicht mehr für das Unternehmen tätig ist.

Diese Idee sei jedoch unter anderem an den Brandschutzauflagen gescheitert; was der ehemalige Mitarbeiter übrigens nicht verstehe. Auch am denkmalgeschützten Kloster Möllenbeck gebe es eine eiserne Feuerschutztreppe über mehrere Etagen.

Lärmschutz zur Autobahn fehlt

Anlässlich des Tages des „offenen Denkmals“ im Vorjahr, zu dem auch die Arensburg geöffnet war, war zu hören, dass ein Interessent abgesprungen sei, weil es wohl schwierig sei, zur Autobahn hin Lärmschutz zu installieren.

Als Projektentwickler ist Dolphin Trust unter anderem darauf spezialisiert, historische Gebäude zu kaufen, zu modernisieren, einer neuen Nutzung zuzuführen und dann weiter zu verkaufen.

So hat das Unternehmen unter anderem die Sternburg-Brauerei in Leipzig, die Villa Windsor in Neustadt am Rübenberge und eine Zigarrenfabrik in Süddeutschland gekauft. Doch die Burg ist wohl der schwierigste Brocken. Man kann das daraus schließen, dass die Arensburg noch nicht einmal auf der Homepage des Unternehmens unter „Projekte“ aufgeführt ist.

Dolphin-Pressesprecherin Monika Schröder erklärte dazu auf unsere Anfrage: „Die Dolphin Trust prüft derzeit verschiedene Konzepte für die nachhaltige Nutzung der Arensburg. Unser Unternehmen ist generell auf Wohnungsbau spezialisiert. Denkbar sind hier aber auch Wohnkonzepte wie betreutes Wohnen oder eine Seniorenresidenz. Oberste Priorität hat für uns natürlich das Denkmal zu erhalten. Wir planen jedoch, dieses durch einen Neubau zu erweitern. Durch harmonisch eingegliederte Neubauelemente, möchten wir den zur Verfügung stehenden Platz optimal ausnutzen und attraktive optische Reize setzen. Aktuell erarbeiten wir noch ein endgültiges Konzept, das wir dann der Behörde vorstellen möchten“.

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Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr