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Warum dauert das so lange?

Dauerbaustelle Todenmann Warum dauert das so lange?

Die Anwohner der Hauptstraße zwischen Haus Nummer 19 und dem Gasthaus „Zur Linde“ in Todenmann können ihre Wäsche wieder raushängen: Endlich ist Schluss mit den rötlichen Staubwolken, die an trockenen Tagen aus der Grobschotterschicht herüberziehen, sobald nur ein Moped vorbeifährt.

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Warten auf Materialnachschub: Ein Asphaltfertiger hat am Montag die neue Fahrbahntragschicht zwischen Haus Nummer 19 und dem Gasthaus „Zur Linde“ aufgebracht.

Quelle: Jan

TODENMANN. Der Asphaltfertiger hat am Montag die dicke Tragschicht der künftigen Fahrbahndecke in diesem Abschnitt aufgebracht. Damit rückt der (fast) fertige Teil der Baustelle weiter in Richtung Friedhof und Sportplatz vor. Inzwischen haben sich die meisten Anwohner mit der Situation arrangiert, doch viele andere sind unzufrieden, manche wütend, fragen sich: Warum dauert das so lange?

Die 1,6 Kilometer lange Dauerbaustelle in der Ortsdurchfahrt Todenmann hat von Anfang an für unangenehme Überraschungen gesorgt – für die Anwohner, für betroffene Autofahrer und für die ausführende Firma Völkmann. So wurde etwa aus der Sanierung der Fahrbahn ein zeitaufwendiger Vollausbau. „Der Untergrund erwies sich als nicht tragfähig“, erzählt Polier Kevin Larkin. Also musste die Straße 85 Zentimeter tief ausgekoffert, der Unterbau herausgenommen und erneuert werden. Hinzu kamen Probleme mit unbekannten, in der Erde liegenden Leitungen der Deutschen Telekom und von Kabel Deutschland, unter ihnen Leerrohre für den Breitbandausbau. Diese befinden sich vor allem in den Seitenbereichen, da wo die Böschung abgetragen werden muss und neu aufgebaute Gabionenwände (wir berichteten) die Hanggrundstücke am Gehweg stabilisieren sollen. Der im mittleren Abschnitt der Hauptstraße fertiggestellte Gehweg weist deswegen Baulücken auf, die zeigen: Dort geht’s nicht weiter. „Zu allem Überfluss haben die am Wochenende, als von uns keiner da war, neue Verteilerschränke in die Flucht der Gabionenwände gebaut“, sagt Larkin. Und sein Chef, Völkmann-Bauleiter Henrik Notthoff, fügt im Gespräch mit dieser Zeitung hörbar genervt hinzu: „Das wird zu großen Problemen führen, weil die Kästen eigentlich umgesetzt werden müssten.“ Das Dumme dabei ist: Die Kabel verlaufen im Fundament.

Gefragt, ob denn, wie von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln, angekündigt, bis Oktober alles fertig sein wird, sagt der Bauleiter in Bramsche, man werde im Oktober so weit sein, dass die Vollsperrung aufgehoben werden kann. Restarbeiten würden unter Ampelregelung „bis Ende des Jahres ausgeführt, so wie wir es immer gesagt haben“.

„Ich sehe es nicht so, dass das länger dauern darf“, meint hingegen Behördenleiter Markus Brockmann auf Anfrage. „Wir wollen fertig werden.“

Warum dauert es überhaupt so lange? Brockmann nennt – nur als ein Beispiel – die zeitraubende hygienische Überprüfung, die bei jedem Hausanschluss an den Wasserleitungen vorgenommen werden muss. Ja, aber sind mit im Schnitt zehn Leuten nicht einfach zu wenige Arbeiter auf der Baustelle? „Nein, das ist bei Ortsdurchfahrten normaler Durchschnitt.“ Zudem hätten „auch Bauarbeiter Kinder und wollen in die Sommerferien fahren“. Tatsächlich beginnt die Urlaubszeit auf der Baustelle in dieser Woche, wie Polier Larkin bestätigt: „Es wird aber trotzdem weiter gearbeitet.“

Brockmann ergänzt noch: „Bestimmte Arbeiten würde man durch mehr Personal nicht beschleunigen können. Am Kanal zum Beispiel kann man von höchstens zwei Seiten arbeiten.“ Es liege allein schon im Interesse der Firma, alles schnell abzuwickeln, so der Behördenchef. Der ebenfalls zu dem Thema befragte Bauleiter Notthoff sagt: „Man muss bedenken, wie viel Maschinenarbeit heutzutage auf Baustellen geleistet wird. Und: Kommt es zu normalen kurzfristigen Verzögerungen, stehen ansonsten sieben, acht Leute da und können nichts machen.“ Die Baustelle sei personell gut besetzt. Selbst ein schnelleres Vorankommen bei den Pflasterarbeiten durch mehr Leute würde am Ende nichts bringen, „weil der Rest nicht nachkommt“. Brockmann pflichtet ihm bei: „Die Logistik muss passen.“

Wie gut die passen kann, zeigen die Stadtwerke Rinteln. Polier Larkin ist voll des Lobes, nicht nur über deren Elektroabteilung. Vor den erneuten Asphaltierungsarbeiten überprüften Peter Anders und André Rügge von der Gas- und Wasserabteilung vergangene Woche die Straßenkappen der Hausanschlüsse. Anders: „Wäre ja zu blöd, wenn man da nachher noch mal dran wollte, und müsste die neue Bitu-Schicht erst aufprokeln und dann wieder zumachen. Wie sieht das denn aus?“ jan

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