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Wenn die Notunterkunft zum zweiten Zuhause wird

Unterbringung in Strücken Wenn die Notunterkunft zum zweiten Zuhause wird

Eigentlich dient die städtische Notunterkunft an der Saarbecker Straße in Strücken nur der kurzweiligen Unterbringung von Menschen, die kein Dach über den Kopf haben.

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Die Notunterkunft ist nur mit dem Nötigsten ausgestattet.

Quelle: pk

Strücken. Eine Familie etwa, deren Haus abgebrannt ist, oder ein Obdachloser, der im Winter für eine Nacht Zuflucht vor der Kälte sucht. Besondere Umstände führen jedoch manchmal dazu, dass die Notunterkunft für manche Menschen zur Bleibe über Monate wird. So lebt derzeit eine Person schon seit nunmehr knapp zehn Monaten dort.

 „In der Regel sind die Menschen nur für kurze Zeit dort“, teilt Andreas Sauermann vom Ordnungsamt auf Anfrage mit. In Deutschland muss sich jeder Mensch selbst um eine Wohnung kümmern – und so handhaben es auch die meisten. „Aber es gibt auch schwierige Fälle“, führt Sauermann aus. Menschen, die es aus eigener Kraft eben nicht ohne Weiteres schaffen, sich eine eigene Wohnung zu suchen.

 Die Gründe dafür können psychische Probleme sein, Alkoholismus oder Drogensucht. Was die Vermittlung durch den sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts oder die seitens der Rechtspflege des Amtsgerichts eingesetzten Betreuer nicht immer einfacher macht. Und wenn es auf diesem Weg nicht weitergeht, werde das „hauptamtliche Betreuungsbüro in Hannover“ eingeschaltet, erklärt Sauermann. So geschehen bei der Person, die bereits seit August letzten Jahres in der bescheidenen Notunterkunft lebt.

 Die Unterkunft besteht aus drei Wohnräumen, zwei Einzel- und einem Doppelzimmer mit einer Größe von jeweils zwölf Quadratmetern. Die Ausstattung in den jeweiligen Räumen ist bescheiden, vergleichbar mit der eines Asylheims: ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl. Es gibt zwei Bäder, eine Gemeinschaftsdusche und eine Gemeinschaftsküche. Bis vor Kurzem waren sie dort noch zu zweit. Aber nach einigen Monaten konnte für die andere Person, die ebenfalls schwer vermittelbar war, schließlich eine Einrichtung für „betreutes Wohnen“ gefunden werden.

 Seit August waren drei Personen für einen längeren Zeitraum in der Notunterkunft untergebracht. „Das ist viel“, sagt Sauermann. Die dritte Person verschlug es allerdings einfach aus unglücklichen Gründen in die Notunterkunft, berichtet Sauermann. Sie kam aus Hessen mit einem Umzugswagen nach Rinteln, wo die Vermieter der neuen Wohnung plötzlich absprangen.

 Der Mietvertrag war allerdings noch nicht unterschrieben, die Wohnung in Hessen aber schon gekündigt. Plötzlich war die Person obdachlos. Mit der Notunterkunft fand sie ein Dach über dem Kopf. Und nach zwei Nächten konnte sie diese auch schon wieder verlassen.

 Da das Ordnungsamt nicht rund um die Uhr besetzt ist, verfügt auch die Polizei Rinteln über einen Schlüssel für die Unterkunft, sodass im Notfall niemand auf der Straße sitzen muss. pk

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