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Wer siegt im Kampf um die Lufthoheit?

Modellflieder machen Front gegen Windräder bei Deckbergen Wer siegt im Kampf um die Lufthoheit?

Steter Tropfen höhlt den Stein, könnte man beim Projekt Windräder zwischen Deckbergen und Kohlenstädt denken. Nach Denkmalschutz für Gut Echtringhausen und dem Auftauchen des seltenen Seeadlers gibt es jetzt ein drittes rechtlich relevantes Gegenargument: Aufstiegs- und Landrechte einer Modellfluggruppe Deckbergen für Flugzeuge mit oder ohne Verbrennungsmotor bis zu einem Gewicht von 25 Kilogramm.

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Vor der Start- und Landebahn: Peter Wollny, Geschäftsführer der Modellfluggruppe Deckbergen, zeigt das bis kurz vor die Pappeln reichende Gelände, hinten rechts Gut Echtringhausen. Das Windrad WEA 2 würde links auf dem Acker stehen. Die Modellfluggruppe hat auch einen Teil des Ackers rechts gepachtet, den sie als Parkplatz nutzen könnte.

Quelle: tol

Deckbergen. Und der dafür genehmigte Flugplatz ist direkt neben einer der drei geplanten Windkraftanklagen.

 Peter Wollny, Geschäftsführer der als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) geführten Modellfluggruppe, wunderte sich vergangene Woche, dass bei der Schilderung der Gefechtslage um die Windräder nie die Modellflieger erwähnt werden. Die Gruppe sei 1986 von sechs Mitgliedern gegründet worden, heute habe sie 20. Sie wollen nur fliegen, betreiben keine Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit.

 Erstmals erhielt sie eine Aufstiegserlaubnis am 28. Mai 1982 von der damaligen Bezirksregierung Braunschweig – genauer: von der Luftfahrt-Behörde. Am 27. Juni 2014 ist diese in eine unbefristete Aufstiegserlaubnis von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr umgewandelt worden. Argument der Modellflieger: Um den Mittelpunkt der Start- und Landebahn muss ein Radius von 300 Metern freigehalten werden. Die beantragte Windenergieanlage WEA 2 sei zu nah dran, ihre Flügel sowieso. Und in der Luft könnte es zu zerstörerischen Kollisionen kommen.

 In April hatte Wollny den Investor Planet Energy telefonisch auf die nunmehr unbefristete Start- und Landeerlaubnis sowie die zu große Nähe der WEA 2 hingewiesen. Projektmanager Julian Tiencken antworte darauf: „Ich habe noch mal mit unserem Planer über einen Lösungsansatz zur Vereinbarkeit von Windenergie und Modellflug gesprochen. Um diesbezüglich eine konstruktive Lösung herbeizuführen, wäre es in der Argumentation gegenüber der Behörde (Landkreis Schaumburg) hilfreich, wenn Sie von Ihrer Seite schriftlich bestätigen könnten, dass sie mit der geplanten Windenergieanlage einverstanden sind, sofern Ihnen eine Aufstiegsgenehmigung dadurch nicht untersagt wird.“

 Wollny antwortete unverzüglich: „In Absprache mit den Mitgliedern der Modellfluggruppe Deckbergen wurde entschieden, auf die Einhaltung der 300-Meter-Zone um den Mittelpunkt der Stadt- und Landebahn als hindernis- und gefährdungsfreiem Flugraum zu bestehen.“

 Diese Ablehnung des Investorenwunsches hatte zur Folge, dass ein Landwirt der Modellfluggruppe den Pachtvertrag für eine noch nicht benutzte Fläche vor den Pappeln am Grundstücksende kündigte. Dort wollten die Modellflieger eigentlich ihre Autos parken. Wollny: „Dafür könnten wir aber auch einen Teil des Ackers an der Nordseite nehmen, den wir ebenfalls schon gepachtet haben, aber von einem anderen Landwirt.“ Der kündigende Bauer ist übrigens mit Planet Energy im Geschäft, weil er das Grundstück für das Windrad WEA 2 gegen gute Bezahlung bereitstellt.

 Und gegenüber dem Landkreis Schaumburg als Genehmigungsbehörde kündigten Wollny und Mitgeschäftsführer Rolf Buddensiek nun auch eine Klage an: „Im Falle einer Baugenehmigung für die WEA 2 in Kohlenstädt teilen Sie uns dies bitte unmittelbar mit, um noch vor Beginn der Bauarbeiten über unseren Dachverband, den Verein Deutscher Modellflieger-Verband, rechtliche Schritte einleiten zu können.“

 Kreisbaudezernent Fritz Klebe weiß von dem Modellflugplatz, von dem allerdings kaum etwas zu sehen ist. Er meint: „Das ist ein Belang, der in die Entscheidung über den jetzt vorliegenden Bauantrag mit einfließen muss. Die Bauvoranfrage ist dadurch nicht infrage gestellt, und es gibt gegen die von uns erteilten zwei positiven Bauvorbescheide auch keine Klage der Modellflieger.“ Bei einem Bauvorbescheid lasse sich der Standort ja auch noch leicht verschieben, um zum Beispiel Abstände einzuhalten. „Im jetzigen Antragsverfahren wird die bauordnungsrechtliche und planungsrechtliche Relevanz der Modellflieger von der Stadt Rinteln als zuständiger Bauordnungsbehörde zu beurteilen sein. Wir bearbeiten das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, und dabei haben wir die Modellflieger auch ordnungsgemäß gehört.“ dil

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