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Widerspruch gegen Vorbescheid

Westendorf / Windradbau Widerspruch gegen Vorbescheid

Gegen den Vorbescheid vom 23. Juni für den Windradbau in Westendorf hat Britta Rinne beim Landkreis Schaumburg Widerspruch eingelegt. Die Begründung des Widerspruchs wird derzeit von einer Fachkanzlei ausgearbeitet.

Westendorf (dil). „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können momentan keine weiteren Einzelheiten und Erkenntnisse aus den Beratungen mit den Anwälten bekannt gegeben werden“, teilt Rinne mit. „Vorab daher nur so viel zu den Erfolgsaussichten: Es sind noch Pfeile im Köcher, und zu den bekannten Aspekten sind bereits weitere Ansatzpunkte hinzugekommen.“

Zwischenzeitlich hat der Landkreis auf Betreiben des Investors mit Datum vom 27. Juli einen neuen Vorbescheid über den Bau von zwei nun 150 Meter hohen Windrädern zwischen Ahe und Westendorf erlassen, wie Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz gestern auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Er habe früher schon die Genehmigung für zwei 100 Meter hohe Anlagen gehabt, und es gehe jetzt um dasselbe Gebiet.

„Investor Lietzau war mit der Schallpegelbegrenzung der Anlagen auf 103 db (A) nicht einverstanden. Im neuen Vorbescheid ist eine solche Lärmbegrenzung daher nicht mehr enthalten“, erklärt Rinne. „Zum Vergleich: 103 db (A) entsprechen zum Beispiel dem Lärm einer Motorsäge oder eines Winkelschleifers.“

Im Übrigen habe jeder Betroffene das Recht, sich den an Lietzau gerichteten Bescheid durch das Bauordnungsamt des Landkreises Schaumburg zustellen zu lassen und selbst Widerspruch dagegen einzulegen, teilt Rinne mit. Diese Möglichkeit bestehe nach wie vor. Eine anwaltliche Vertretung sei für die Wirksamkeit des Widerspruchs nicht erforderlich. Nach Kenntnis der Bürgerinitiative sind aktuell weitere Widersprüche durch Anwohner in Vorbereitung.

„Unter Hinweis auf Stuttgart 21, wo die Betroffenen erst protestiert haben, als die Baumaßnahmen begannen und sämtliche Genehmigungen bereits erteilt waren, sollte jeder, der nicht einverstanden ist, rechtzeitig für seine Rechte eintreten“, empfiehlt Rinne.

Abschließend betont Rinne im Namen der Bürgerintiative nochmals, dass sie den regenerativen Energien durchaus aufgeschlossen gegenüberstehe. Rinne: „Wer aber glaubt, dass das Aufstellen von Windrädern – und seien sie auch noch so gigantisch hoch – in einem Tal mit schlechtester Windhöffigkeit etwas mit dem Abschalten von Atomkraftwerken zu tun hat, der glaubt vermutlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.“

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