Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Wie geht es weiter?

Schulen in Steinbergen Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter mit der Schule in Steinbergen? Der Ortsrat Steinbergen will jetzt alle Eltern befragen lassen, deren Kinder im nächsten Schuljahr oder später eingeschult werden, ob sie ihre Kinder lieber in der Steinberger Schule oder in Deckbergen einschulen lassen würden.

Voriger Artikel
Zu hell, zu dunkel, nicht steuerbar
Nächster Artikel
Bartling bleibt Bürgermeister

RINTELN/STEINBERGEN. Diese Befragung wird weder die Stadtverwaltung noch die Schulleitung in Deckbergen organisieren. Als Begründung wurde in der jüngsten Ortsratssitzung unter anderem genannt, „da man sonst kein objektives Ergebnis erwarten könne.“ Schulamtsleiter Hans-Georg Dlugosch organisiert die Befragung zurzeit.

 Mehr als eine Meinungsäußerung ist allerdings eine Elternbefragung nicht. Über die Organisation einer Grundschule entscheiden nicht die Eltern, auch nicht die Stadt Rinteln. Die hält lediglich die baulichen und sachlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer Schule vor.

 Nach den aktuellen Schülerzahlen würden im kommenden Schuljahr 2017/18 im Einzugsbereich der Grundschule Deckbergen 152 Schüler eingeschult, davon 13 aus dem Bereich Steinbergen. Das bedeutet: Um die Außenstelle Steinbergen aufrechtzuerhalten, müssten dort mindestens zwei Klassen beschult werden. Rein rechnerisch wäre das 2017/18 möglich, würde aber bedeuten, dass Schüler der Klassen 2 bis 4 in Deckbergen ihre bisherigen Klassenverbände verlassen müssten.

Was spricht dafür, die Grundschule in Steinbergen zu erhalten? Aus Sicht des Ortsrates stärkt eine Schule die Infrastruktur im Dorf. Kindergarten, Sporthalle und Hallenbad sind außerdem in der Nähe.

Was spricht dagegen? Bleibt Steinbergen Schulstandort, würde sich die Zahl der „Vollzeitlehrer“ von derzeit zwölf auf sechs Lehrer für beide Schulstandorte verringern. Die Grundschule Deckbergen-Steinbergen müsste Lehrer abgeben, es ständen weniger Fachlehrer zur Verfügung.

Derzeit lernen an allen Rintelner Grundschulen 926 Schüler in 47 Klassen, davon 421 Ganztagsschüler, was knapp über 45 Prozent entspricht.

An der Grundschule Nord werden 198 Schüler beschult (2010 waren es 199). Die prognostizierten Zahlen lassen einen deutlichen Rückgang erkennen: 185 im kommenden Schuljahr und nur noch 167 im Schuljahr 2021/22.

Deren Schülerzahlen hatten sich zuletzt durch die Kinder von Flüchtlingen in der Sammelunterkunft im Kerschen-steiner Weg positiv entwickelt. Inzwischen seien die Geflüchteten aber auf einzelne Wohnungen und damit auf alle Rintelner Schulen verteilt, sagt Schulamtsleiter Hans-Georg Dlugosch.

In der  Grundschule Exten werden derzeit 162 Kinder (2010: 136) beschult. Neun Klassen gibt es dort. Erwartet wird ein leichter Rückgang: nur noch 123 Schüler für die Schuljahre 2019/20 und 2021/22. Außenstelle Krankenhagen

In der lernen momentan 75 Kinder (2010: 73) in vier Klassen. Für das Schuljahr 2018/19 werden noch 75 Schüler prognostiziert, für 2010/21 nur noch 65.

In der  Grundschule Süd lernen derzeit 256 Kinder. Für den Einzugsbereich prognostiziert die Stadt ebenfalls einen leichten Rücklauf mit einem Hoch von 255 Schülern im Schuljahr 2020/21 und 242 Schülern ein Jahr später.

Die Außenstelle Möllenbeck ist momentan die Kleinste aller Rintelner Grundschulen mit aktuell 64 Schülern (im Jahr 2010: 73). Die Zahlen aus diesem Einzugsgebiet sinken leicht. Fürs Schuljahr 2018/19 sind beispielsweise 58 prognostiziert, fürs Schuljahr 2020/21 56.

Dass es bald zu wenige Schüler für den Fortbestand der Schule geben könnte, sieht Schulamtsleiter Dlugosch nicht: „Derzeit ist Möllenbeck normal beschulbar“, pro Jahrgang gebe es eine Klasse. Außerdem würden einige Eltern aus den Nachbargemeinden in Nordrhein-Westfalen ihre Kinder hierher schicken.

Und was ist mit einer Zukunft für die Schule in Steinbergen? Die im Mai 2016 gegründete „Bürgerinitiative Schule in Steinbergen“ (BISIS) setzt sich für den Erhalt der Schule ein und entwickelte auch die Idee, aus dem Standort eine Privatschule, eine Montessori-Schule, zu machen. Dahinter steckt die Philosophie, dass Schüler weitgehend selbstreguliert lernen. mld, wm

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr