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Wird Engern gespalten?

Debatte um die Bahnstrecke Wird Engern gespalten?

Lärm macht krank. Das ist keine neue Erkenntnis, aber für viele Bewohner von Engern könnte es zu einem aktuellen Problem werden. Der zweispurige Ausbau der Bahnstrecke Elze-Löhne für den Güterverkehr steckt zwar noch in der Planungsphase, auch andere Strecken sind im Gespräch, doch zunehmend formiert sich der Widerstand.

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Güterzüge können eine beachtliche Länge erreichen.

Quelle: pr.

Engern. Auch Ortsbürgermeister Dieter Horn hat die Unterschriftenliste unterzeichnet. Allerdings seien die Listen, die in einigen Ladenlokalen ausgelegen seien, nicht so intensiv genutzt worden wie erhofft, berichtet er. Viele hätten wohl im Internet unterschrieben, so wie die derzeit 651 unter der Postleitzahl 31737 registrierten Online-Unterzeichner.

 Besonders betroffen sind in Engern die Bewohner der Straße An der Bahn und der Heinrich-Dohm-Straße. Die Bahnstrecke verläuft nur wenige Meter vor ihrer Haustüre. Entsprechend hoch ist auch Sorge, dass die Güterbahntrasse tatsächlich umgesetzt wird. Fritz Fromme, einer der Anwohner, sagt: „Ich habe hier in jungen Jahren ein Haus gebaut. Jetzt bin ich 75 Jahre alt und habe keine Möglichkeit mehr, mir etwas anderes zu suchen.“

 Enttäuscht ist Fromme, dass die Rintelner Lokalpolitik sich erst so spät wirklich am Widerstand gegen die Bahntrasse beteiligt habe. „Ich war oft der Einzige, der aus Rinteln bei den Veranstaltungen in Hessisch Oldendorf oder Hameln dabei war“, sagt er. Der ehemalige Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz habe sich zu wenig für das Thema eingesetzt. „Solange er Bürgermeister war, hat sich nichts getan.“ Erst der aktuelle Bürgermeister Thomas Priemer, den Fromme genau deswegen auch gewählt hat, habe sich dem Thema jetzt intensiv gewidmet.

 Anders sieht das Horn, der auf einen Ratsbeschluss vor einigen Jahren verweist, in dem man sich bereits gegen den Ausbau ausgesprochen habe. Buchholz habe sich hinter den Kulissen durchaus mit dem Thema beschäftigt. Horn ruft dazu auf, das Thema ernst zu nehmen und nicht – wie einige Mitbürger – darauf zu hoffen, dass es „nur viel Lärm um nichts“ ist. Daher solle man sich an den Unterschriftenlisten – wer unterzeichnen möchte könne sich gerne bei ihm melden – und den Protest sowie Informationsveranstaltungen beteiligen. „Der Güterverkehr würde Engern zerschneiden“, sagt er.

 Auch Petra Ratajzak (50) macht sich Sorgen, dass der regelmäßige Güterverkehr das Wohngebiet nördlich der Bahn abschneiden könnte. „Man wird kaum noch vernünftig über die Gleise kommen“, fürchtet die Anwohnerin der Straße An der Bahn. „Und wenn wir irgendwann den Lärm nicht mehr ertragen, bekommen wir das Haus ja auch nicht mehr los.“ Aber nicht nur für die direkten Anwohner werde die Bahnstrecke nach dem Ausbau zu einem Problem, ist sie sich sicher.

 Etwas anders sieht das ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Ich kenne den Güterverkehr ja noch von früher“, sagt er am Telefon, „mein Vater war schon bei der Bahn, mir ist das egal.“

 Doch die Güterstrecke könnte noch zu einem ganz anderen Problem für Engern führen. Die DRK-Wache, die bisher von der Steinberger Straße nur einen kurzen Weg bis nach Engern zurücklegen musste, müsste bei einer deutlich stärkeren Nutzung der dann zweigleisigen Bahnstrecke deutlich öfter den Umweg über die B238 nehmen. Der Rettungswagen würde damit, um beispielsweise zur Rehre zu gelangen, statt 1,4 Kilometern 3,9 Kilometer fahren müssen, also etwa doppelt so weit.jak Hinweis:

 Die Online-Petition können Sie auf www.bit.ly/Gueter unterzeichnen.

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