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Wolf in Goldbeck gesichtet?

Keine weiteren Spuren Wolf in Goldbeck gesichtet?

Ein Rintelner will einen Wolf nicht nur gesehen, sondern ihn auch fotografiert haben. Am 15. Dezember, morgens in Goldbeck, am Sägewerk. Das Bild hat der Mann, der bis gestern für keine Stellungnahme zu erreichen war, in einer geschlossenen Facebook-Gruppe gepostet.

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Vor knapp zwei Wochen will ein Rintelner einen Wolf in Goldbeck gesehen und fotografiert haben.

Quelle: Symbolfoto:dpa

Goldbeck. Tatsächlich sieht das darauf zu sehende Tier einem Wolf ähnlich. Aber das Foto ist unscharf. Und die Redaktion kein Expertenteam für Wolfskunde. Also hat sie sich an eine Adresse gewandt, bei der man es wissen muss.

 Doch auch beim Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ist man sich nicht sicher, nachdem man dort das Foto in Augenschein genommen hatte. „Wegen der doch sehr schlechten Qualität des Fotos können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es sich bei dem abgebildeten Tier um einen Wolf handelt. Ausgeschlossen ist es zumindest nicht“, teilt Pressesprecherin Herma Heyken mit. Die Meldungen über vermeintliche Sichtungen von Wölfen, Wolfspuren oder Tiere, die von Wölfen gerissen worden sein sollen, häufen sich. Auch in der Region.

 Im März wollte ein Mann aus Stadthagen einen Wolf bei Wölpinghausen gesehen haben. Im Juli machte ein Mann am Weserufer in Hessisch Oldendorf Wolfsspuren aus. Im Oktober sollen Wölfe bei Wendthagen Mufflons gerissen haben. Und erst vor knapp zwei Wochen wurden bei Bad Pyrmont in Anbetracht eines tot aufgefundenen Kalbes Untersuchungen darüber eingeleitet, ob das Tier womöglich von einem Wolf gerissen worden ist. Bestätigt wurde bislang keine dieser Verdachtsfälle. Dennoch: Dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zufolge sollen Mitte 2015 etwa 60 Tiere in Niedersachsen gelebt haben. Nachgewiesen sind seit 2008 auch etwa 180 Wolfsrisse, in der Regel erkennbar am typischen Halsbiss.

 Bis zur Anfrage dieser Zeitung war die angebliche Wolfssichtung von Goldbeck weder Forstamtsleiter Christian Weigel von den Niedersächsischen Landesforsten in Hessisch Oldendorf noch dem Wolfsbeauftragten Heiko Brede, noch dem Kreisjägermeister Reinhold Siegmann von der Kreisjägerschaft Schaumburg bekannt. Ausschließen, dass es sich jedoch durchaus um einen Wolf gehandelt haben könnte, möchte aber auch keiner. Gleichzeitig warnen alle drei vor voreiligen Schlüssen sowie vor Fälschungen. Bestimmte Hunde, wie etwa der Saarlooswolfshund oder der Tschechoslowakische Wolfshund, sind direkte Nachfahren des Wolfs und ihm entsprechend ähnlich.

 Der NLWKN gibt Tipps, woran ein Wolf zu erkennen ist:

 Tendenziell weisen Wölfe einen hellen Schnauzenbereich und einen Sattelfleck auf dem Rücken auf.

 Wölfe sind größer als wolfsähnliche Hunde, ihr Pfotenabdruck ist bis zu zehn Zentimeter lang.

 Ihr Kot hat einen sehr penetranten Geruch, Losung genannt.

 Typische Laufspur, der sogenannte „geschnürte Trab“: Die Pfotenabdrücke liegen wie Perlen auf einer Schnur hintereinander, die Hinterpfoten treten exakt in die Spuren der Vorderpfoten – allerdings gilt dieses Unterscheidungsmerkmal als unsicher, da auch einige Hunde – wie Huskies, Wolfshunde oder Malamute – zum Schnüren neigen.

 „Wirklich sicher sind dagegen ein DNA-Nachweis aus der Losung oder aus Haaren und die detaillierte Analyse guter Fotos beziehungsweise Filmaufnahmen“, sagt Herma Heyken. Doch dafür ist die Qualität des Fotos, das diese Zeitung aus urheberrechtlichen Gründen nicht zeigen kann, leider nicht gut genug.  pk

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