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Zeitschaltuhr würde „eine Lawine lostreten“

Kohlenstädt / Ortsratssitzung Zeitschaltuhr würde „eine Lawine lostreten“

Es ging alles sehr schnell – und im Nachhinein vielleicht sogar ein bisschen zu schnell. Zu Beginn des vergangenen Winters regte Ortsratsmitglied Eckhard Wessel (CDU) an, den Schulweg in Kohlenstädt durch eine bessere Ausleuchtung sicherer zu gestalten.

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 Die neue Laterne sorgt für mehr Schulwegsicherheit – und für Unmut bei Anwohnern.

Quelle: tol

Kohlenstädt. Kohlenstädt (jaj). Es folgte ein kurzfristig anberaumter Ortstermin, und schon wenige Wochen später wurde eine neue Laterne an der Häuserseite aufgestellt. Unkompliziert, schnell und beispielhaft, könnte man meinen – allerdings nur auf den ersten Blick, denn nicht jeder freut sich über das zusätzliche Licht. Einigen Menschen wäre es lieber, wenn die Laterne gar nicht da wäre – oder wenn sie wenigstens nur zeitweise Licht spenden würde.

 „Es ist schön, dass das mit der Beleuchtung so schnell geklappt hat“, sagte Wessel während der Ortsratssitzung. Jedoch werde das Haus, vor dem die neue Laterne aufgestellt wurde, jetzt von drei Seiten beleuchtet, da auch zwei ältere Laternen in Reichweite stünden. Wessel plädierte deshalb dafür, die neue Laterne mit einer Zeitschaltuhr zu versehen. „Es ging uns ja nicht um die Straßenbeleuchtung, sondern lediglich um die Ausleuchtung des Schulwegs. Schon vor der Sitzung hatte Wessel daher bei den Stadtwerken angefragt, ob es möglich sei, die neue Laterne auszuschalten, sobald der letzte Bus gefahren ist.

 Dieser Vorschlag wurde von den Stadtwerken jedoch abschlägig beschieden. Eine Entscheidung, die Ortsbürgermeister Dieter Horn gut nachvollziehen kann. „Eine Zeitschaltuhr an dieser Laterne würde eine Lawine lostreten“, befürchtete er. Immerhin sei das Haus in Kohlenstädt nicht das einzige Haus, das im Stadtgebiet unter einer Straßenlaterne zu leiden habe. „Wenn hier jetzt eine Ausnahme gemacht wird, können die Stadtwerke sich vor Anfragen nicht mehr retten.“

 Auch Hans-Georg Dlugosch von der Stadtverwaltung konnte die ablehnende Haltung der Stadtwerke nachvollziehen. Man müsse auch ein bisschen zwischen Allgemeinwohl und Einzelwohl trennen, merkte er an.

 Wessel hielt jedoch daran fest, dass die Laterne ja nur zur Schulwegsicherung gefordert worden ist und daher nicht bis 24 Uhr brennen müsse. Dann ließ er eine weitere Bombe platzen: Die Laterne sei sogar auf dem Grundstück des Hauseigentümers errichtet worden, ohne dass dieser zuvor um Erlaubnis gefragt worden ist. Das habe ein Anruf beim Katasteramt ergeben. Wenn es in dieser Hinsicht Probleme gebe, könne sich der Eigentümer gerne bei ihm melden, sagte Horn dazu und schloss die Diskussion dann. „Vielleicht haben wir in diesem Fall etwas voreilig gehandelt.“ Er selbst habe eines gelernt: Er werde künftig nicht mehr schnell handeln, damit ein Problem zeitig gelöst werden kann.

 Das wollte Isabelle Peschek-Röhrs (SPD) so nicht stehen lassen: „Die Kinder und ihre Eltern danken Euch, dass so schnell eine Lösung gefunden wurde“, ist sie sich sicher.

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