Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Zum Lachen in die Kirche

Todenmann / Plattdeutscher Nachmittag in der Josua-Stegmann-Kapelle Zum Lachen in die Kirche

Am Ende erübrigt sich die Frage, ob es den Teilnehmenden gefallen hat. Die roten Wangen, amüsierten Blicke und immer wieder angefeuerten Lachsalven beim Plattdeutschen Nachmittag sagen genug aus.

Voriger Artikel
Aus Goldbeck auf Platz 1 der Charts
Nächster Artikel
Bushäuschen: Gefahren gebannt

Friedrich Künnecke reizt die Lachmuskeln seines Publikums.

Quelle: jak

Von Jakob Gokl

Todenmann. Mit pikanten Geschichten von zwei Todenmanner Erntefesten aus den Jahren 1952 und 1954 hat der Vortragende Friedrich Künnecke sein Publikum in der Josua-Stegmann-Kapelle fest im Griff. „Da wurden viele Erinnerungen wachgerufen“, ist sich Heidrun Kuhlmann sicher. Die Prädikantin hielt bereits vor einigen Monaten einen plattdeutschen Gottesdienst in Todenmann, aus dem sich nun dieser Nachmittag für Senioren entwickelte.

In der beinahe bis auf den letzten Platz gefüllten Kapelle wurde interessiert dem Vortrag von Künnecke gelauscht, der die alten Protokolle der Erntefeste in fließendem Platt zum Besten gab. Er schien dabei genau den Nerv der Anwesenden zu treffen, die seinen Vortrag mit viel Applaus quittierten. Was genau die regelmäßigen Lachsalven auslöste, das eröffnete sich allerdings nur jenen, die des Platts mächtig waren. Für Außenstehende blieb der Zusammenhang verborgen, lediglich einige immer wiederkehrende Worte waren zu entschlüsseln.

„Platt ist so eine herzliche, bildhafte Sprache“, erklärt Kuhlmann. „Ich wünschte mir, diese Sprache würde wiederentdeckt.“ Platt sei viel emotionaler als Hochdeutsch, und es sei viel einfacher Gefühle anschaulich zu vermitteln. Würde man dagegen einige Worte direkt ins Hochdeutsche übersetzen, „dann wäre das sehr derb“. Aber im plattdeutschen Dialekt gesprochen sei es möglich, auch im Bereich der Schimpfwörter etwas mehr zu sagen, ohne direkt anzuecken.

Das sei auch eines der Erfolgsrezepte des plattdeutschen Gottesdienstes gewesen, bei dem Worte zum Zuge kamen „die man sonst bei einem Gottesdienst wohl nicht vermutet“. Auf Platt sei es zwar schwierig, eine intellektuelle Predigt zu halten, doch für die Geschichte von der fleißigen Martha und der gemütlichen Maria, die sie beim Plattdeutschen Nachmittag vortrug, sei der Dialekt sehr gut geeignet gewesen. Im Anschluss an ihre Predigten entließ die Prädikantin die anwesenden Senioren jeweils mit einem plattdeutschen Segen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr