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19 Monate Knast nach Faustschlag in der Nacht

Rinteln / Urteil 19 Monate Knast nach Faustschlag in der Nacht

In einem acht Wochen dauernden Mammutprozess um eine Auseinandersetzung in der Neujahrsnacht ist das Urteil gefällt worden: Am siebten Verhandlungstag verhängte das Jugendschöffengericht gegen einen 20 Jahre alten Rintelner eine Jugendstrafe von 19 Monaten ohne Bewährung.

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Rinteln. Rinteln (maf). Nach 20 zum Teil widersprüchlichen Zeugenaussagen, einem nächtlichen Ortstermin und etlichen Beweisanträgen der Verteidigung erkannte das Gericht auf Körperverletzung. Es war überzeugt davon, dass der in Syrien geborene Angeklagte einem Mann (45) ins Gesicht geschlagen hatte. In die Entscheidung wurde ein zwei Jahre zurückliegendes Urteil des Landgerichts Bückeburg einbezogen. Damals belegten die Richter den jetzt Angeklagten mit einer Jugendstrafe von 18 Monaten, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Grund: Er hatte die zur Tatzeit 14 Jahre alte Tochter des nun angegriffenen Mannes vergewaltigt. Dieses Verbrechen bestreitet der Rintelner noch heute ebenso vehement wie die jetzt verhandelte Körperverletzung.

 „Er ist einfach wieder ausgeflippt“, sagte der Vorsitzende Richter Christian Rost in der Urteilsbegründung. „Wer so etwas macht, gehört hinter Gitter.“ Letztlich folgte das Jugendschöffengericht mit seiner Entscheidung im Wesentlichen dem Antrag von Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig. Dagegen hatte Verteidiger Jan Zielke in einem mehr als zweistündigen Plädoyer einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert.

 Der Fall: Den Jahreswechsel 2010/2011 verbrachten das spätere Opfer und seine Ehefrau mit Freunden zu Hause. Gegen Mitternacht wurde draußen angestoßen, als aus einem Auto drei junge Männer stiegen: der Angeklagte, sein Bruder (23) und eine unbekannt gebliebene Person. Es kam zu einem Wortgefecht, ehe der Angeklagte dem Mann mit der Faust ins Gesicht schlug. Die drei fuhren dann davon, kehrten aber 15 Minuten später erneut an den Tatort zurück und sorgten noch einmal für Unruhe. Dabei wurde auch die Ehefrau des Opfers bedroht. Sinngemäß soll einer der Männer Drohungen dahin gehend ausgesprochen haben, dass die jüngere Tochter auch noch dran sei, dass mit ihr dasselbe gemacht würde wie mit ihrer früher vergewaltigten Schwester. Welcher der jungen Leute dies geäußert hatte, konnte allerdings nicht geklärt werden.

 Der Angeklagte leugnete die Körperverletzung. Danach habe nicht er, sondern sein Bruder zugelangt. Dieser bestätigte das ebenso wie ein 35-Jähriger, der sich als der dritte Mann ausgab. Diese Version wurde von Zeugen widerlegt. Danach hatte der Angeklagte geschlagen, und der 35-Jährige war nicht am Tatort.

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