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30 MonateHaft für Einmietbetrüger

Rinteln / Prozess 30 MonateHaft für Einmietbetrüger

Nach einer Serie von Einmietbetrügereien ist ein siebenfacher Vater (41) nun zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt worden. Der Mann, der seit April im Gefängnis sitzt, hatte im Sommer 2010 fünf Hotelzimmer in Bückeburg und Rinteln sowie eine Ferienwohnung in Schieder-Schwalenberg angemietet, aber nicht bezahlt. Teilweise wurden die Taten gemeinsam mit seiner Partnerin verübt. Dabei betrug die Gesamtsumme der Rechnungen rund 1700 Euro.

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Rinteln. In die Entscheidung bezog das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost ein früheres Urteil ein: Im März 2011 hatte der aus Rheinland-Pfalz stammende Angeklagte vom Amtsgericht Betzdorf wegen zahlreicher Delikte (Körperverletzung, Diebstahl, Computerbetrug, Hausfriedensbruch) eine zweijährige Freiheitsstrafe mit Bewährung kassiert. Inzwischen ist die Bewährung widerrufen und der Mann inhaftiert worden.

 Im Jahr 2010 lernte der heute 41-Jährige über das Internet seine spätere Partnerin kennen. Anfangs stellte er sich mit falschem Namen und falschem Bild vor. Auch bei seinem Beruf mogelte er und gab an, selbstständiger Fitnessstudiobetreiber zu sein. Es kam zu einem Treffen in Rinteln, die beiden gingen eine Liebesbeziehung ein. Schon bald tischte er der Frau diverse Märchen auf, beispielsweise von einem Polizisten, der wegen eines privaten Rachefeldzugs hinter ihm her sei. Oder die abenteuerliche Geschichte, dass ein Sohn, ein Freund oder eine Angestellte vorbeikommen und Geld mitbringen würde. Denn Geld hatte der damals Arbeitslose nicht. Nur die vage Hoffnung, einen Job zu finden oder in Spielhallen etwas zu gewinnen.

 Das Liebespaar quartierte sich wiederholt in Unterkünfte ein, blieb meist ein paar Nächte und reiste oft überstürzt ab, ohne zu bezahlen. Manchmal hinterlegte die Frau einen Zettel mit ihrer Adresse und ließ sich die Rechnungen nach Hause schicken. Gezahlt wurde jedoch nicht. Die Rintelnerin, die im Tatzeitraum teilweise berufstätig war, ging schließlich zur Polizei und machte reinen Tisch. Vor einem Jahr wurde sie wegen vier Betrügereien mit einer Geldstrafe belegt. Inzwischen stottert sie die Rechnungen zum Teil durch Ratenzahlung ab. Die Rintelnerin hat auch wieder Kontakt zum Angeklagten aufgenommen. Dieser legte vor Gericht ein umfassendes Geständnis ab. Das Schöffengericht folgte letztlich mit seiner Sanktion völlig dem Antrag von Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig. maf

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