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350 neue Flüchtlinge erwartet

Normalität kehrt ein 350 neue Flüchtlinge erwartet

Mit einem Zischen lodern plötzlich die Flammen vor dem Eingang der Prince Rupert School hoch. Ein junger Mann packt den Feuerlöscher, zielt kurz und drückt ab. „Ach, schon aus?“, fragt er lachend in die Runde. Gute Stimmung beim Feuerschutztraining für die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Sinen. Ähnlich sieht es auch in der Notunterkunft aus. Wo gestern noch Ratlosigkeit und etwas Chaos vorherrschte, ist die Stimmung heute gelöst. Gemeinsam bauen Ehrenamtliche und Flüchtlinge Betten auf, verteilen Matratzen, Decken und bereiten alles vor für die Ankunft von weiteren 350 Flüchtlingen, die für die folgende Nacht erwartet wurden.

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Mitarbeiter des DRK bereiten alles für alles für die Ankunft von 350 Flüchtlingen aus Bayern her.

Quelle: tol

Rinteln (tol=.  Direkt hinter dem Haupteingang der Prince Rupert School liegt die ehemalige Aula. Zwölf Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Alters stehen im Kreis und versuchen, einen Ball in der Luft zu halten. Zwischen ihren Beinen brausen kleine Kinder auf gespendeten Bobbycars durch die Gegend. Andere lehnen entspannt an der Wand, ins Gespräch vertieft.

 Die Zustände sind geordneter, aber weniger Arbeit ist für DRK und Ehrenamtliche deshalb nicht zu tun. Die letzten Umzugsarbeiten aus der Jägerkaserne müssen zu Ende gebracht werden, die Schlüssel wieder an die Bundeswehr übergeben werden. Noch funktioniert die Telefonanlage der Prince Rupert School nicht, das heißt auch, dass es kein Internet gibt. Das ist nicht nur für die Flüchtlinge, die auf das Internet zur Kommunikation mit Angehörigen und Freunden in der Heimat angewiesen sind, ein wichtiger Faktor. Auch die Arbeit von DRK und Flüchtlingshelfern würde dadurch vereinfacht, dass Telefon und Internet wieder funktionieren. Derzeit behilft man sich mit Handys. Für eine Übergangszeit wolle man nun eine LTE-Antenne installieren, heißt es aus dem DRK. Gestern wurde auch die EDV-Anlage aus der Jägerkaserne entfernt und in die Prince Rupert School gebracht.

 Während es am Dienstag noch möglich war, mehr oder weniger ungehindert auf das Gelände der Notunterkunft zu spazieren, kontrollieren die Sicherheitsleute nun genau, wer das Gelände betritt und wer nicht. Auch Anwohner, die persönlich vorstellig werden, um zu helfen, müssen abgewiesen werden, wenn sie nicht von DRK-Mitarbeitern erwartet werden.

 Währenddessen laufen die Beschäftigungsprogramme in der Unterkunft nach und nach an. Schon von Weitem kündigt das Johlen von Männern und Knallen von Bällen ein ausgelassenes Fußballmatch in der Turnhalle der ehemaligen Schule an. Über alle Sprachbarrieren hinweg, die nicht nur zwischen Ehrenamtlichen und Flüchtlingen, sondern auch unter Letzteren existieren, hat man sich in zwei multiethnische Mannschaften aufgeteilt, die nun dem Ball hinterherjagen. Für die Mitarbeiter des DRK eine positive Situation, in der Jägerkaserne war bei schlechtem Wetter kein Sportprogramm möglich.

 Eine Sozialarbeiterin arbeitet sich langsam durch die Prince Rupert School und klebt erklärende Piktogramme, die sie aus dem Internet heruntergeladen hat, auf die jeweiligen Räume. Versehen sind die Bilder mit deutschen Erklärungen. Bilder für „Fußball“ und „Spielen“ markieren die Turnhalle, der Apothekerstab markiert das Büro des Arztes.

 Die Ankunft von 350 weiteren Flüchtlingen, die aus einer Erstaufnahmestelle in Bayern nun in die Prince Rupert School gebracht werden sollen, verschiebt sich stetig nach hinten. Gegen Mittag sollen sie mit drei Bussen losgefahren sein, ein vierter Bus solle erst gegen 15 Uhr starten.

 Am späten Abend, möglicherweise erst mitten in der Nacht, sollen die Menschen, über deren Zusammensetzung und Herkunftsländer bei Redaktionsschluss noch nichts bekannt war, in Rinteln ankommen. Da man annimmt, dass sie während der Fahrt nichts oder wenig zu essen bekamen, bereitet das DRK Essenskörbe vor. „Sie werden nach der Ankunft hungrig sein und dann wohl direkt ins Bett fallen“, vermutet eine Helferin, die mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt ist.jak

 Mitarbeiter des DRK bereiten alles für die Ankunft von 350 Flüchtlingen aus Bayern vor.

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