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78-Jährige mit Kopfverletzung ins Krankenhaus

Rinteln/Bückeburg 78-Jährige mit Kopfverletzung ins Krankenhaus

Knapp ein Jahr nach einem Verkehrsunfall an der Konrad-Adenauer-Straße ist ein Arzt nun mit seiner Berufung vor dem Bückeburger Landgericht gescheitert.

Rinteln/Bückeburg. Der Mediziner hatte an einem Augustabend mit seinem Pkw eine vorfahrtsberechtigte Radfahrerin erfasst und war anschließend davongefahren. Bei der Kollision stürzte die heute 78 Jahre alte Frau und zog sich eine Platzwunde am Kopf sowie eine Verletzung am Lendenwirbel zu. Sie musste vier Tage lang im Krankenhaus behandelt werden.

 In erster Instanz erkannte das Amtsgericht Rinteln im November auf fahrlässige Körperverletzung und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Der Vorsitzende Richter verurteilte den Arzt damals zu einer Geldstrafe von 3000 Euro, entzog ihm die Fahrerlaubnis und verhängte eine Führerscheinsperrfrist von noch sechs Monaten. Gegen diese Entscheidung legte der Mediziner Berufung ein, die sich vor allem gegen den Vorwurf der Unfallflucht richtete.

 Vor dem Landgericht beteuerte der Angeklagte erneut, den Unfall nicht bemerkt zu haben und dass er niemals einen Menschen auf der Straße liegen lassen würde. „Das ist gegen meine Ethik. Der Vorwurf macht mich traurig“, sagte der von Rechtsanwalt Oliver Theiß verteidigte Mann.

 Nach der Vernehmung von einem halben Dutzend Zeugen folgte die Kammer unter Vorsitz von Richterin Eike Höcker jedoch dem Antrag von Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt und verwarf die Berufung. Beide sprachen von einem Augenblicksversagen des Arztes. Neben der Geldstrafe muss der Angeklagte nach dem Urteilsspruch weitere drei Monate auf seinen Führerschein verzichten, die gesetzliche Mindestdauer. Hätte er nach dem Urteil in Rinteln im November (sechs Monate Sperre) kein Rechtsmittel eingelegt, wäre die Frist bereits im Mai abgelaufen.

 Der Fall: Am 1. August waren die Rentnerin (78) und weitere Zeugen mit ihren Fahrrädern gegen 20 Uhr stadteinwärts auf dem Radweg an der Konrad-Adenauer-Straße unterwegs. Im unübersichtlichen Kreuzungsbereich zum Galgenfeld/Im Emerten fuhr sie geradeaus, als von rechts der Arzt mit seinem Auto kam. Er hatte es eilig, wollte noch etwas einkaufen und dachte, er würde locker an der Kolonne der Radfahrer vorbeikommen. Eine Fehleinschätzung: Es kam zur Berührung mit dem Rad der Frau. Nach Angaben von zwei Radfahrern, die sich wenige Meter hinter der 78-Jährigen befanden, hatte der Arzt seine Fahrt nach dem Zusammenstoß verlangsamt und war dann in Richtung des abgesenkten Bürgersteiges gefahren. Anschließend gab er Gas und fuhr davon. Ein Zeuge rannte hinter dem Wagen her und merkte sich das Kennzeichen. Kurz darauf suchte die Polizei den Mediziner zu Hause auf und fand an seinem Pkw hinten links Spuren von Gummiabrieb. maf

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