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Acht Kinder sind noch kein Blockheizkraftwerk

Rinteln/ Forschungswoche Acht Kinder sind noch kein Blockheizkraftwerk

Am Ende der Forschungswoche ist eines klar: In Stromkabeln bewegen sich keine Blitze. Doch das ist nicht die einzige Erkenntnis, die die acht Mädchen bei der „Summer School“-Aktion der Volkshochschule Schaumburg in Rinteln gemacht haben.

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Von Jakob Gokl Rinteln. Mit viel Neugier, Forschungsdrang und Kreativität haben sich die Schülerinnen mit der Energie der Zukunft beschäftigt.

 Projektleiterin Eva von Löbbecke-Lauenroth hat das Eigenengagement der Gruppe sehr beeindruckt. Nachdem die Schülerinnen die Frage nach dem Funktionieren von Stromkabeln aufgeworfen hatten, brachte am nächsten Tag eines der Mädchen einige alte Kabel mit, welche dann zusammen aufgeschnitten wurden, um das Innenleben zu analysieren. Dabei kam heraus, dass die Kabel unter ihrem Gummimantel nicht aus Blitzen, sondern aus Kupferdrähten bestehen.

 Gemeinsam besuchte die Gruppe dann den Solarpark Deckbergen und den Betrieb KMB Maschinenbau. Im Solarpark lernten sie, dass 16 Sonnenkollektoren nötig sind, um ein Einfamilienhaus mit Strom zu versorgen und bauten dann bei KMB Maschinenbau sogar ein eigenes kleines Blockheizkraftwerk.

 Mit Schraubenziehern setzten die Mädchen das kleine Kraftwerk zusammen und trieben es anschließend mit dem Hinterrad eines Motorrads an. Ganze drei Geräte, einen Föhn, eine Lampe und eine Schleifmaschine, konnte das kleine Kraftwerk betreiben. 3300-mal drehte sich dabei der Motor in der Minute. Um eine Vergleichsmöglichkeit zu besitzen, testeten die Mädchen gleich an einem Kurbelmotor, wie viele Umdrehungen sie denn zusammen bekämen. Alle acht Mädchen zusammen kamen so zwar auf beachtliche 707 Umdrehungen in der Minute, aber Ersetzen können sie das Blockheizkraftwerk wohl trotzdem nicht.

 In der Volkshochschule beschäftigten sich die Schülerinnen auch noch mit Schaltkreisen, bauten selbst einige davon zusammen und betrieben sogar mit zwei Sonnenkollektoren ein kleines Radio. Aus Bausätzen wurden auch noch Windräder mit Sonnenkollektoren gebaut und sogar eine funktionstüchtige Wassermühle – ebenfalls von einem Sonnenkollektor betrieben – konnten die Mädchen stolz vorführen.

 Begleitet wurde die Woche von Studierenden der Universität Oldenburg, die ihre Masterarbeit über das Forschungsverhalten von Kindern schreiben. Daher gibt es in diesem Jahr bei dem Projekt, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gefördert wird, auch eine reine Mädchen- und eine reine Jungengruppe. Denn am Ende soll festgestellt werden, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Forschen gibt. Die Jungengruppe, die am 29. Juli zu forschen beginnt, wird sich ins Zeug legen müssen, um mitzuhalten.

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