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Achtjähriger im Freibad missbraucht?

Prozess vor dem Landgericht Achtjähriger im Freibad missbraucht?

Zweimal kurz hintereinander soll ein Badegast im Rintelner Freibad einen acht Jahre alten Jungen sexuell missbraucht haben. Seit Mittwoch muss sich der 40-Jährige deshalb vor dem Landgericht in Bückeburg verantworten.

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Quelle: Symbolfoto

Rinteln/Bückeburg. Staatsanwalt Florian Krack wirft dem Rintelner vor, sich an dem Jungen erst unter der Dusche und anschließend in einer Umkleidekabine vergangen zu haben. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er gibt zwar zu, mit dem Jungen unter der Dusche gewesen zu sein – aber nur, um ihm Schaum vom Kopf zu waschen. „Das war alles“, erklärt der Rintelner. Dann sei plötzlich die Mutter des Kindes erschienen. „Sie hat geschrien und mich beleidigt.“

Zu den Vorwürfen sagt der Angeklagte: „Ich habe nichts gemacht.“ Er räumt ein, den Achtjährigen am Arm oder der Schulter unter die Dusche gezogen zu haben. „Die Duschen sind alle offen“, betont er. „Und in der Umkleidekabine war ich gar nicht.“ Nach Darstellung des 40-Jährigen war es an jenem 18. Juli voll im Bad. Der Rintelner will mit Freunden dort gewesen sein. „Wir wollten chillen.“

Vater hat keinen Zweifel

Der Vater des Kindes glaubt seinem Sohn. „Ich habe bis heute keinen Zweifel daran“, erklärte der 53-Jährige beim Prozessauftakt vor der 1. Großen Jugendkammer, besetzt mit jeweils zwei hauptamtlichen Richtern und Schöffen. „Welchen Grund sollte ein Kind haben, so etwas über einen wildfremden Menschen zu erzählen?“, gibt der Vater zu bedenken. Der Hamelner erinnert sich, dass eine Kriminalbeamtin die Version des Jungen nach einer ersten Vernehmung als glaubwürdig eingestuft habe.

Gegenüber Polizisten hatte der Schüler auch zu Protokoll gegeben, dass er seine Sachen zum Anziehen bereits auf dem Arm gehabt habe, als er unter die Dusche gestellt worden sei. Zum Prozessauftakt sagte der Schüler gestern unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Über Details der Vernehmung wurde nichts bekannt. Vor Gericht vertritt ein Rechtsanwalt die Interessen der Familie.

Der Angeklagte und das Kind kannten sich zuvor offenbar nicht. An jenem Sommertag im Juli 2014 war der Junge zum ersten Mal im Rintelner Freibad. Zwischenzeitlich hat der mutmaßliche Täter ebenfalls Anzeige erstattet. Eigenen Angaben zufolge fühlt er sich bedroht und fürchtet um seinen Ruf.

Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Jugendkammer, hat für den Missbrauchsprozess vier Sitzungstage anberaumt, zwölf Zeugen und einen Gutachter geladen. Letzterer soll die Glaubwürdigkeit des Jungen beurteilen. Das ist in solchen Prozessen üblich.

Wenn alles nach Plan läuft, wird Ende September das Urteil verkündet. Im Fall eines Schuldspruchs droht dem Angeklagten aus Rinteln eine Freiheitsstrafe. ly

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