Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Achtung: Hochspannung!

Rinteln / Eulenburg-Sonderausstellung Achtung: Hochspannung!

 „Achtung Hochspannung“ ist der Titel der neuen Sonderausstellung im Museum Eulenburg. Und schon bei der Eröffnung am Donnerstag ist der Funke übergesprungen.

Voriger Artikel
Mehr Qualität für noch mehr Geld
Nächster Artikel
Gleise sind frei – doch sie bleiben es nicht

 Museumsleiter Stefan Meyer (rechts) demonstriert den Besuchern der Ausstellungseröffnung, wie ein Bandgenerator schon im 18. Jahrhundert für Erstaunen sorgte.

Quelle: jaj

Von Jessica Rodenbeck

Rinteln. Auf zwei Etagen können die Besucher die Entwicklung vom Blitz bis zum modernen Motor nachvollziehen – und das nicht nur anhand trockener Theorie. Die neue Ausstellung ist nämlich eine „Experimentierausstellung“, und wie der Name es schon vermuten lässt, gilt hier vor allem eines: Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht.

 „Im 18. Jahrhundert hatte man noch keine praktische Verwendung für Elektrizität“, erklärte der Historiker Stefan Deterding, der seine Magisterarbeit über die Elektrisierung geschrieben hat und die Ausstellung maßgeblich mitentwickelte. Fasziniert hätten elektrische Effekte die Menschen aber schon damals, und so seien um das Jahr 1770 herum „Salonexperimente“ groß in Mode gewesen: kleine Versuche, die einfach durchzuführen waren und die Zuschauer zum Staunen brachten. Und ins Staunen kamen auch die Besucher der Ausstellungseröffnung.

 Im eigens im Erdgeschoss eingerichteten „Salon“ führte Museumsleiter Stefan Meyer einige der damaligen Experimente vor. Er zeigte beispielsweise, wie sich die große Metallkugel eines Bandgenerators durch das Drehen einer Kurbel so auflädt, dass derjenige, der sie dann berührt, einen leichten Stromschlag bekommt. „Nehmen sie den Fingerknöchel und nicht die Fingerspitze“, war deshalb der Rat des Museumsleiters. „Die ist nicht so empfindlich.“

 Insgesamt können die Besucher im Erdgeschoss des Museums die Forschungsgeschichte der Elektrizität von den Alten Griechen bis ins späte 18. Jahrhundert anhand von vielen kleinen Experimenten nachvollziehen. Der zweite Teil der Ausstellung beginnt dann mit der Erfindung der ersten Batterie um das Jahr 1800 herum. An einem Morse-Apparat können die Besucher dann selbst erleben, wie die Elektrizität um das Jahr 1840 herum die Nachrichtenübermittlung revolutionierte und wie die Entdeckung des Elektromotors den Grundstein dafür legte, dass der Verwendung von Strom keine Grenzen mehr gesetzt waren.

 Im dritten und letzten Teil der Ausstellung erleben die Besucher dann anschaulich, wie die Elektrizität den Alltag der Menschen veränderte. Unterschiedliche elektrische Geräte und ihre nicht-elektrischen Vorgänger werden gezeigt, außerdem Werbefilme, die die Vorteile der neuen Elektrogeräte anpreisen.

 Bereits vor etwa zwei Jahren hatte das Team der Eulenburg die erste Idee zu einer Ausstellung zum Thema Elektrizität. Um die gewünschte „Experimentierausstellung“ verwirklichen zu können, wurde jedoch finanzielle Unterstützung benötigt. Diese erhielt das Museum durch die Stiftung Niedersachsen, die Klosterkammer Hannover und die Bingo-Umweltstiftung. Weitere wertvolle Hilfe kam von diversen Museen, die unter anderem mit Exponaten aushalfen, von den Berufsbildenden Schulen Rinteln, dem Gymnasium Ernestinum, heimischen Handwerksbetrieben und natürlich den vielen ehrenamtlichen Helfern des Heimatbundes der Grafschaft Schaumburg. „Ohne all diese Unterstützung wäre diese Ausstellung nicht möglich gewesen“, so Meyer.

 Ein halbes Jahr lang, bis zum 27. April, wird die Sonderausstellung in Rinteln zu sehen sein, anschließend zieht sie als Wanderausstellung weiter nach Verden, Wolfenbüttel, Lingen, Nienburg und Leer.

  • Öffnungszeiten: Das Museum „Die Eulenburg“ ist dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags durchgehend von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche. Öffentliche Führungen durch die Ausstellung gibt es an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr, Führungen für Gruppen und Schulklassen sind auf Anfrage auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten möglich. Grundschulklassen aus dem Stadtgebiet Rinteln erhalten bei freiem Eintritt eine kostenlose Führung.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr