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Ärger bei der Wahl des Landtagskandidaten

Zwist in der CDU? Ärger bei der Wahl des Landtagskandidaten

Heute Abend stellt sich der Rintelner Rats- und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Matthias Wehrung dem Votum seiner Partei in Hessisch Oldendorf.
Doch kurz vor der Wahl äußern mehrere Ratsmitglieder deutliches Missfallen an der Kandidatur, namentlich genannt werden wollen die meisten aber nicht.

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2012 stand die CDU beim Volksbanklauf noch geschlossen hinter dem Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer (2.v.r.). Mit der Kandidatur von Matthias Wehrung (l.), der Deppmeyer in den Landtag nachfolgen möchte, sind nicht alle glücklich.

Quelle: Archiv / pr

Rinteln. Am deutlichsten mit seiner Kritik wird Uwe Vogt, Ex-Ortsbürgermeister von Todenmann. „Das war ein Alleingang – glücklich war das nicht.“

Wegen der Kandidatur von Wehrung sei der Partei ein aussichtsreicherer und besserer Kandidat durch die Lappen gegangen. Gemeint ist Friedrich-Wilhelm Rauch, der 2014 bei der Bürgermeisterwahl gegen Thomas Priemer (SPD) nur knapp unterlegen war. Vogt versagt Wehrung daher öffentlich die Unterstützung. „Ich muss den wählen, den ich am besten finde. Und das ist für mich Anett Werhahn.“ Er verweist aber darauf, dass es Wehrungs demokratisches Recht sei, sich der Wahl zu stellen.

Wehrung ist einer von drei Christdemokraten, die sich im Wahlkreis 38 (Hameln/Rinteln) für die Landtagskandidatur beworben haben. Gewählt wird der Kandidat von allen anwesenden Parteimitgliedern aus dem Wahlkreis.

Rauch bestätigt, dass er bei einer Fraktionssitzung Anfang Dezember klargemacht habe, dass er kandidieren wolle. Doch auch Wehrung machte bei derselben Sitzung deutlich, auf jeden Fall antreten zu wollen. Beide nahmen sich im Anschluss einige Wochen Bedenkzeit. „Es macht wenig Sinn, wenn sich die beiden Rintelner Kandidaten gegenseitig kannibalisieren“, erklärt Rauch seine Entscheidung, die Kandidatur wegen Wehrung zurückzuziehen. „Ich bin da ein Stück weit Taktiker.“ Und das, obwohl er davon ausgehe, wegen seiner Bekanntheit mehr Chancen als Wehrung zu haben. Tatsächlich hatte Rauch bei der Gemeinderatswahl 1526 Einzelstimmen bekommen, Wehrung 273.

Wenngleich Rauch ohne Zwang seine Kandidatur zurückgezogen hat, sind nicht alle CDU-Funktionäre bereit, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Laut Vogt seien viele Mitglieder nicht willens, für Wehrung Wahlkampf zu machen.

Anders sieht das der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Ulrich Seidel. „95 Prozent der Mitglieder, mit denen ich gesprochen habe, finden es gut, dass ein Rintelner kandidiert.“ Und: „Wenn er in die Stichwahl kommt, sehe ich die Chancen bei 50 zu 50.“ Er gehe davon aus, dass die Mehrheit der heimischen Mitglieder für Wehrung stimmen würde. Auch Philipp Arndt, Vorsitzender der Jungen Union, spricht Wehrung als einzigem Rintelner Kandidaten die Unterstützung aus.

Die stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbandes, Andrea Gahr, hätte sich zwar gewünscht, dass Wehrung seine Kandidatur früher mit dem Vorstand besprochen hätte, aber „wir sitzen alle in einem Boot und unterstützen den Rintelner Kandidaten natürlich“.

Thorsten Frühmark, CDU-Ratsherr und Ortsbürgermeister, sagt: „Wenn jemand meint, er ist besser als Matthias Wehrung, der soll bei der Versammlung aufstehen und sich aufstellen.“ Ratsmitglied Joachim von Meien erklärt, er sei in das Kandidatenfindungsverfahren nicht eingebunden gewesen, ruft aber dazu auf, geeint hinter dem heimischen Kandidaten zu stehen. „Ich halte Matthias Wehrung für einen sehr guten Kandidaten.“

Und wie positioniert sich Wehrung selbst? Grundsätzlich sieht er die heimische CDU hinter sich. Nur einige Funktionäre aus Rat und Vorstand seien mit seiner Wahl offenbar nicht einverstanden. Wehrung betont, er habe mit seiner öffentlichen Kandidatur nur deshalb so lange gewartet, weil er zuerst ein Einvernehmen mit Rauch finden wollte. „Ich wollte niemanden brüskieren.“ In Richtung seiner Kritiker meint er: „Es ist nicht unbedingt guter Stil, sich kurz vor der Nominierung an die Zeitung zu wenden.“

Dennoch sieht er der Wahl heute im Baxmannzentrum positiv entgegen: „Ich bin 35 und als Lehrer sehr unzufrieden mit der Bildungspolitik des Landes. Ich bin bereit, mich intensiv dafür einzubringen. Und wenn ich nicht der Kandidat werde, bricht mir auch kein Zacken aus der Krone.“ jak

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