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Ärger mit Cross-Fahrern

Ratternde Motoren in der Grube Bergmannsglück Ärger mit Cross-Fahrern

Geländemotorräder knattern am Wochenende durch den Wald. Die Fahrer brettern Steilhänge rauf und runter, die Reifen zerfurchen den zum Teil frisch bepflanzten Waldboden.

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Rinteln. Spaziergänger springen verängstigt von den Wegen, wenn das Motorengeheul bedrohlich nahe kommt. Das Wild flüchtet in Panik. Brutvögel geben Nester auf. Rehe rennen verängstigt auf die nächste Straße, werden dort von Autos überfahren. Tatort dieses Szenarios: die Grube Bergmannsglück zwischen Todenmann und Kleinenbremen. Am vergangenen Sonnabend wurden erstmals zwei ungebetene Gäste gefasst.

 Polizeioberkommissar Jens Peukert ist von Anrufern schon mehrmals zu diesem mit einem Schlagbaum für Fahrzeuge abgesperrten Steinbruch gerufen worden. Am Sonnabend hatten Spaziergänger zunächst dem Jagdberechtigten Motorradfahrer gemeldet, die mit ihren Crossmaschinen unerlaubt im Wald ihre Runden drehen. „Meist kommen wir zu spät oder die Crossfahrer flüchten über die Waldwege, sodass wir nicht hinterherkommen“, sagt Peukert. „Dieses Mal trafen wir aber einen 48-Jährigen aus Petershagen mit seinem 20 Jahre alten Sohn an. Nach Feststellung der Personalien müssen die beiden nun mit einem Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch rechnen. Das könnte mit einem Bußgeld enden.“

 Peukert kennt diese Fälle seit 2014. Teilweise seien die Fahrer ohne Zulassungskennzeichen unterwegs, zumeist handele es sich um einen oder zwei Fahrer, also keine größeren Rennen.

 Dem Jagdpächter, der anonym bleiben will, ist ein Bußgeld eigentlich zu wenig, denn der Schaden an der Natur sei damit nicht beglichen. „Dort ist Landschaftsschutzgebiet. Und das Bergwerksgelände ist teilweise schon wieder renaturiert, Bepflanzungen werden wieder kaputt gefahren.“ Die Fahrer richteten also Flurschaden an. „Wir hatten am Samstag Glück, dass wir die beiden Männer gerade in einer Fahrpause antrafen. Sie hatten übrigens kein Schuldbewusstsein. Sie behaupteten, man habe ihnen gesagt, dass der Steinbruchbetreiber das Crossfahren dulde. Aber das stimmt nicht. Sie fahren einfach um die Absperrung herum, ignorieren das Verbot.“ Nur Spaziergänger würden dort geduldet. „Aber die Motorradfahrer sind einfach schwer zu erwischen, ihr Risiko ist leider klein. Aber wer haftet bei Unfällen?“

 Da am 1. April die Brut- und Setzzeit begonnen hat, befürchtet der Jagdpächter auch Schaden für die Tierwelt. Erst kürzlich sei wieder ein Reh überfahren worden, das offenbar verängstigt aus dem Wald auf die Landesstraße zwischen Todenmann und Kleinenbremen gerannt sei. Wildschweinfrischlinge, Hasenjunge, Bodenbrüter und Rehe seien am stärksten gefährdet. Aber auch Menschen. Der Jagdpächter: „Manchmal können sich Spaziergänger und auch ich nur per Sprung in den Graben vor den Cross-Fahrern retten. Diese Motorräder sind wie Waffen.“ Wegen der Integralhelme erkenne man die Fahrer nicht. Die Kennzeichen sind entweder total verdreckt oder gar nicht vorhanden.“

 Die Firma Barbara Erzbergbau in Nammen betreibt mit Bergmannsglück einen unterirdischen Abbau von Kalkstein mit Eisenerz. Aktuell sind dies hier und in Nammen die einzigen Eisenerzabbaustellen in Deutschland. Auch bei diesem Unternehmen ist man verärgert über die ungebetenen Gäste. Geschäftsführer Olaf Lübbes erklärte dazu: „Die Motorradfahrer werden keineswegs geduldet. Wir tun alles, um das Gelände abzusperren, aber alles abriegeln können wir nicht. Wir haben auch schon Anpflanzungen vorgenommen.“

dil

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