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Alle 390 Flüchtlinge sind registriert

Rinteln Alle 390 Flüchtlinge sind registriert

Die Registrierung der Flüchtlinge, die in der Rintelner Notunterkunft Prince Rupert School untergebracht wurden, ist seit Dienstag abgeschlossen. Die Personalien und Herkunftsländer von 390 Menschen wurden innerhalb der vergangenen drei Wochen amtlich erfasst. Doch damit endet die Arbeit der Mitarbeiter der niedersächsischen Landesaufnahmebehörde in Rinteln nicht.

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In einem kleinen Nebengebäude sind die Büros der Mitarbeiter der Landesaufnahmebehörde eingerichtet worden. Während ein Flüchtling darauf wartet, an die Reihe zu kommen, halten zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Stellung.

Rinteln. „Am nächsten Montag werden Flüchtlinge aus Bückeburg nach Rinteln gebracht, um registriert zu werden“, erklärt Bernd Garlich von der LAB. „Danach werden Flüchtlinge aus Notunterkünften in anderen Landkreisen folgen, in denen die Registrierung nicht vorgenommen werden kann.“ Nach der Registrierung kehren sie in ihre Unterkunft zurück.

Garlich ist normalerweise in der Erstaufnahmeeinrichtung in Bramsche tätig. Er ist niedersachsenweit mit der Organisation der Registrierungsverfahren und von Familienzusammenführungen in Notunterkünften betraut worden.

Seine acht Mitarbeiter arbeiten eigentlich in anderen Ämtern oder Amtsgerichten in Hannover, Bramsche Holzminden oder Schaumburg. In dreitägigen Crash-Kursen wurden sie für das Registrierungsverfahren geschult, so etwa Sandra Struckmeier aus Ahnsen, die normalerweise im Amtsgericht Stadthagen arbeitet.

Wie die Registrierung in der Praxis aussieht, schildert Garlich: Der jeweilige Flüchtling wird über eine Sprechanlage ausgerufen. Dann findet im Registrierungsbüro das Erstgespräch statt, in dem die Personalien und das Herkunftsland erfasst werden. „Die meisten Flüchtlinge kommen vor allem aus Syrien, aber auch aus dem Irak und Afghanistan“, sagt Garlich. Andere stammen aus dem Libanon, dem Iran, aus Albanien, Uganda, Bangladesch oder dem Sudan. Die Mitarbeiter sind dabei auf die Angabe der Flüchtlinge angewiesen, viele haben keine Papiere. „Wir nehmen die Daten nur auf, beweisen müssen die Flüchtlinge ihre Identität dann gegenüber dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“, erläutert Garlich. Die Daten werden an das Bundesamt weitergeleitet, das eine Vorakte für einen Asylantrag anlegt.

Unterdessen erhält der Flüchtling bei der Registrierung eine schriftliche Belehrung in seiner Muttersprache über das Asylverfahren sowie eine Bescheinigung über die Meldung als Asylbewerber, die ihm als Ausweis dient.

Dann wartet der Asylbewerber auf eine Einladung zu einem Interviewgespräch, das normalerweise vom Bundesamt, aufgrund der großen Flüchtlingsströme inzwischen aber auch von Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften vorgenommen wird, so auch womöglich in Kürze in Rinteln, wie Garlich sagt.

Beim Interviewgespräch werden Fingerabdrücke der Asylbewerber genommen und ein Foto von ihnen gemacht, um zu prüfen, ob der Antragsteller bereits in einem anderen EU-Land einen Antrag gestellt hat. Zudem werden die Abdrücke vom Bundeskriminalamt abgeglichen. Normalerweise würden die Asylbewerber dann dem Königsteiner Schlüssel entsprechend bundesweit verteilt werden. Um aber Bayern zu entlasten, wo das Gros aller Flüchtlinge derzeit eintrifft, bleiben die in Rinteln registrierten Flüchtlinge in Niedersachsen.

Sind die Flüchtlinge erst mal registriert und ärztlich untersucht worden, wird ihnen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vom Sozialamt ein monatlicher Geldbetrag zur Deckung des Grundbedarfs ausgezahlt. Zu diesem Zweck hat die LAB in der Prince Rupert School eine Außenstelle des Sozialamtes eingerichtet.

Die zwei dafür abgeordneten Mitarbeiter sind Bettina Goldbach vom Landgericht Bückeburg und Udo Schobeß vom Katasteramt in Rinteln. Auch sie haben dafür an dem dreitägigen Crash-Kurs teilgenommen. Außer der Barauszahlung weisen sie Arztrechnungen, Krankentransporte und Taxifahrten an. „Einige Flüchtlinge verdienen sich mit Ein-Euro-Jobs als Dolmetscher etwas dazu und unterstützen damit unsere Arbeit“, so Goldbach.

390 Flüchtlinge befinden sich derzeit in der Prince Rupert School. Es stehen aber 600 Betten zur Verfügung. Deshalb geht Garlich davon aus, dass in Kürze weitere Flüchtlinge dort untergebracht werden, um die örtliche Kapazität voll auszuschöpfen. „Es ist nun mal ein Ausnahmezustand, den wir zurzeit haben.“

Dies sei auch der Grund, weshalb die Registrierung so lange auf sich warten gelassen habe. „Manche Notunterkünfte gab es schon länger als die in Rinteln, dort wurde eher mit der Registrierung angefangen. Außerdem musste Personal rekrutiert und ausgebildet werden.“ pk

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