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Alle Wassersportler unter einem Dach

Rinteln / Wasser-Sport-Verein Alle Wassersportler unter einem Dach

Beim Wasser-Sport-Verein Rinteln rüstet man zur doppelten Geburtstagsfeier. Der im Januar 1947 als erste Vereinsneugründung nach dem Zweiten Weltkrieg in Rinteln aus der Taufe gehobene Verein kann auf 65 Jahre Sportgeschehen in der Weserstadt zurückblicken.

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Bei Wanderruderfahrten sind die WSV-Aktiven mit vielen Gleichgesinnten unterwegs, wie hier in der Hamelner Schleuse 1983.

Rinteln (. Die Ruderabteilung trat am 1. April 1962 dem Deutschen Ruderverband bei und sieht diesen Tag als offizielles Gründungsdatum an. Sie besteht damit als erfolgreiche Rudervereinigung seit 50 Jahren, Grund genug mit einer Doppelveranstaltung am Samstag/Sonntag, 28./29. April, das Jubiläum mit Freunden und Gästen zu feiern.

 Im Laufe seiner Geschichte machte auch der WSV diverse Veränderungen mit, bis er sich heute als erfolgreicher Ruderverein, sowohl im Rennrudersport als auch im Breitensport und im Wanderrudern, ein neues Gesicht gegeben hat.

 Das ursprüngliche Ziel der Gründungsväter war es, alle Wassersporttreibenden unter einem Dach zu vereinen; so entstand auch der Vereinsname. Schwimmer, Paddler, Segler und die DLRG sollten im WSV eine Heimat finden. Aber schon nach einem Jahr scherten die Kanuten und die Kanusegler aus; sie gründeten den Rintelner Kanu-Club, mit dem sich die WSV-er noch heute eng freundschaftlich verbunden fühlen. Das Nebeneinander der meist erwachsenen Kanuten mit den Schwimmern, welche überwiegend Kinder und Jugendliche waren, führte zu dieser Trennung.

 Als zunächst reiner Schwimmverein war der WSV damals mit über 100 aktiven Mitgliedern bei Wettkämpfen im Bezirk lange Jahre dominierend. Bei Landesmeisterschaften und bei Wettkämpfen auf Bundesebene platzierten sich die Schwimmer aus der damaligen Kreisstadt auf den vorderen Plätzen. Dabei bleiben besonders zwei Namen in Erinnerung: Walter Martenson, sen. als erfolgreicher Trainer und Walter Martenson, jun. als weitaus bester Schwimmer des WSV.

 Als auch die DLRG immer mehr ein eigenständiges Leben führte und es an Fachtrainern im WSV mangelte, gliederte man die Schwimmabteilung der DLRG an, zumal die meisten erfolgreichen Aktiven in beiden Sparten starteten und trainierten.

 Eine Folge dieser Umstrukturierung war 1960 die Gründung der Ruderabteilung. Mit zwei alten Klinkerbooten begann man, und das Domizil war zu dieser Zeit noch die Badeanstalt an der Weserbrücke. Aber schon bald benötigte der WSV ein neues Quartier für seine ständig wachsende neue Sparte. Man zog an den Doktor-See um. In den ersten Jahren diente eine umfunktionierte Scheune neben dem Gasthaus „Doktor-Weide“ als Bootshalle. Aber mit der Anschaffung weiterer Boote, mit denen man auch erfolgreich an Regatten teilnehmen konnte, brauchte man größere und bessere Unterkünfte mit Umkleideräumen und einen Sanitärbereich.

 Nur 80 Meter vom 1. Standort entfernt entstand 1965 das heutige Bootshaus. Mit Fertigstellung des Neubaus, der 1975/76 erweitert wurde, ging es auch mit den Erfolgen im Leistungssport bergauf. Zu den Spitzenruderern mit vielfachen Titeln bei Deutschen, Europa- und Weltmeisterschaften gehörten Michael Maly, später Moritz Menzel, Matthias und Henrik Hobein sowie Michael Ruhe, der auch zweifacher Olympiateilnehmer im „Achter“ war. Sie machten den Verein weithin bekannt.

 Die vor 35 Jahren mit in den WSV aufgenommene Surfabteilung stellte den sportlichen Betrieb wegen mangelnden Übungsmöglichkeiten am Doktor-See zum 31. Derzember 2011 ein. So bleibt allein die Ruderabteilung heute das Standbein des Vereins.

 Mit etwas über 100 Mitgliedern, von denen gut die Hälfte im Boot aktiv ist, gehört der WSV in Deutschland zu den mittelgroßen Rudervereinen. Bekannt und beliebt ist der Verein als Veranstalter größerer Veranstaltungen und überregionaler Wanderfahrten. So waren die Rintelner 1983 und 1995 im Auftrag des deutschen Ruderverbandes Ausrichter der größten Breitensportveranstaltung des DRV, dem Deutschen Wanderruderertreffen. Es kamen jeweils über 600 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern zum Feiern und Rudern in die Weserstadt.

 Der WSV gilt auch als Initiator und Gründer des „Niedersächsischen Wanderruderertreffens“, das 1990 erstmals vom WSV ausgerichtet wurde und auch 2001 am Doktor-See stattfand.

 Beliebt sind bei Ruderern zwischen Flensburg und Konstanz die vom WSV veranstalteten und organisierten überregionalen Wanderfahrten. Allein in diesem Jahr stehen fünf größere Touren im Kalender: Im April geht es auf Hase und Ems sowie ostfriesische Kanäle von Herzlake bis Greetsiel. Im Mai werden Labe und Elbe unter den Kiel genommen, die Strecke führt von Melnik (Tschechien) bis nach Torgau. Mit den Ruderfreunden vom TuS Niedernwöhren schließt sich im Juni eine Fahrt auf der Saale an, bevor es im Juli ins Salzkammergut auf Wolfgangsee, Attersee, Mondsee und Hallstätter See geht. Im September ist eine Wanderfahrt auf der unteren Havel von Königs Wusterhausen quer durch Berlin bis zur Elbe bei Havelberg geplant. Den Abschluss bilden die Herbstfahrt und die Adventsfahrt auf der Weser.

 Mit Freunden, Gästen und Prominenz wollen wir die Jubiläen begehen. Steht der Samstag noch im Zeichen des Sports mit einer Wanderfahrt von Bodenwerder nach Rinteln über 56 Kilometer, so soll bei einem Kommers am Sonntagvormittag die Geschichte des WSV aufgezeigt, ein Blick nach vorn gewagt und fröhlich mit den Gästen geplaudert werden.

 Der WSV ist für Ruderfreunde jeden Alters offen, Anfänger und Wiedereinsteiger sind willkommen und können beim Schnupperrudern ausprobieren, ob dieser Freiluftsport für sie das Richtige ist. Mit einem Tag der offenen Tür, verbunden mit einer großen Bootsausstellung, will der WSV im Frühjahr auf sich aufmerksam machen und für den Rudersport werben.

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