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Als Höhepunkt ein gemeinsames Medley

Rinteln / Konzert Als Höhepunkt ein gemeinsames Medley

Polizeiorchester und Big Band des Gymnasiums – zwei Genarationen von Musikern auf der Bühne: Geht das gut? Bei einem gemeinsamen Medley aus dem Film „Blues Brothers“ wittert Moderator Andreas Läpke zumindest eine Spitze der Jüngeren: „„Ich kann mir schon vorstellen, warum Ihr dieses Stück ausgewählt habt.

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Udo Motzheim zeigte die Vielfältigkeit seiner Tuba.

Quelle: tol

Rinteln (jaj). Weil in keinem Film mehr Polizei-Autos zerstört werden als in diesem.“ Doch Big-Band-Dirigent Daniel Ellermann kann dies nicht bestätigen. Nein, es sei eine tolle Erfahrung für seine Musiker, dieser gemeinsame Auftritt. Harmonie pur – keine Rivalität?

 Einen Gastauftritt des Polizei-Posaunisten, der sein Mitwirken bei der nächsten Frankreich-Konzertreise der Big Band angeboten hatte, lehnte der Rintelner Lehrer aber dann doch ab. „Wir sind da ganz gut aufgestellt“, wiegelte er spontan ab – sehr zum Amüsement des applaudierenden Publikums.

 Zu einer musikalischen Reise um die Welt hatte das Niedersächsische Polizeiorchester am Donnerstag ins Gymnasium Ernestinum geladen. Etwa 350 Gäste waren gekommen, um die Berufsmusiker zu begleiten, deren erster Stopp in Frankreich gleich mit einem echten Hit endete: Mit Jacques Offenbachs „Cancan“ aus der Operette „Orpheus in der Unterwelt“. „So viel Temperament hätten Sie der niedersächsischen Polizei gar nicht zugetraut, oder?“, fragte anschließend Andreas Läpke, der die Zuhörer charmant durch den Abend führte.

 Und temperamentvoll ging es auch weiter. Nach einem Stopp in Österreich, wo die Zuhörer bei Carl Zellers „Der Vogelhändler“ nicht nur den Kuckuck, sondern auch zahlreiche andere Vögel hören konnten, ging es mit dem „Czardas“ von Vittorio Monti nach Ungarn. „Oder auch nach Italien, wenn man nach der Herkunft des Komponisten geht“, so Läpke. Hier zeigte Solist Udo Motzheim, wie wandelbar und gefühlvoll die Tuba sein kann. Zunächst klang das größte Instrument des symphonischen Orchesters durch tiefe und lange Töne noch melancholisch und behäbig, später dann durch schnelle Läufe fast schon verspielt und tänzerisch.

 Auch beim nächsten Stück trat wieder ein Solist in den Vordergrund: Bei Dimitry Kabalevskys „Galopp“, zeigt Maximilian Thumann, dass das Xylofon viel mehr kann, als es die meisten Zuhörer in Erinnerung an den eigenen Musikunterricht vermutet hätten.

 Nach der Pause kam dann der absolute Höhepunkt des Abends – „zumindest für uns“, sagte Daniel Ellermann, Leiter der Big Band des Ernestinums. Seine Schützlinge gaben mit Robbie Williams’ „Angels“, bei dem Sänger Pierre Hermann gefühlvoll den Gesang übernahm, und Michael Bublés „Everything“, das vom Gesang von Johanna Ehlers geprägt war, zunächst zwei Solo-Stücke zum Besten, bevor dann das gemeinsame Medley an der Reihe war.

 Anschließend übernahm das Polizeiorchester wieder die Bühne und zeigte in der zweiten Hälfte, dass es auch moderne Klänge im Repertoire hat. Nach einem Tango von Astor Piazolla folgten eine feurige Samba, ein Medley aus Elton Johns „König der Löwen“ und schließlich auch noch ein Tribut an den „King of Swing“ Benny Goodmann.

 Erst nach zwei Zugaben und dem Hinweis Läpkes, dass „gemeinsam musizieren doch viel besser ist, als einsam zu googeln“, verließ das Polizeiorchester nach über zwei Stunden die Bühne.

 Dass es dem Publikum gefallen hatte, zeigte die Ausbeute des Benefizkonzerts. 1500 Euro spendeten die Zuhörer am Ausgang für das Schülerprojekt „Rinteln – eine tolerante Stadt?!“, das Präventionsrat und Polizei gemeinsam ins Leben gerufen haben. Bei dem Wettbewerb sollen sich Schüler kreativ mit Toleranz auseinandersetzen.

 Wie wichtig das Thema auch aktuell wieder ist, hatte Polizeichef Wilfried Korte bereits in seiner Begrüßung betont. „Es kann nicht sein, dass jemand wegen seines Äußeren oder seines Akzents vor einer Disco ausgegrenzt wird“, sagte er bezüglich eines aktuellen Falls. „Diese Art von Diskriminierung sollte bei uns keinen Platz mehr haben“, forderte der Polizeichef und erhielt dafür viel Applaus des Publikums.

 „Toleranz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, stellte auch Polizeivizepräsident Bernd Wiesendorf fest. „Wir alle müssen diese Werte an unsere Kinder weitergeben und uns gewaltfrei jeder Form von Extremismus entgegenstellen“, so seine Aufforderung an die Zuhörer.

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