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Alternatives Wohnen in Rinteln

Initiative „Nachbarschaftliches Wohnen“ gegründet Alternatives Wohnen in Rinteln

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über neue Wohnformen, die junge und alte Menschen zusammenbringen. Das Ziel ist eine Bildung von Hausgemeinschaften mit Frauen, Männern und Kindern, Familien mit jungen und älteren Kindern, Singles, Alleinerziehenden, Studenten und Rentnern mit und ohne Handicap, die sich gegenseitig unterstützen.

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Ilona Laboga-Böttke informiert über die Initiative „Nachbarschaftliches Wohnen“ in Rinteln.

Quelle: peb

Rinteln. Herkunft, Religion und Hautfarbe sollen dabei keine Rolle spielen.

 In zahlreichen Städten sind derartige Mehrgenerationen-Wohngemeinschaften schon in der Planung, in manchen gibt es sie schon. In Rinteln hat sich jetzt eine Initiative „Nachbarschaftliches Wohnen“ gegründet.

 Seit einiger Zeit gibt es in Minden eine Interessengruppe, die ein Mehrgenerationenhaus in der Weserstadt verwirklichen möchte und sich im Jahr 2012 zum Verein MehrGenerationenWohnen-Minden zusammenschloss. Der Plan: Eine Hausgemeinschaft mit 25 Wohneinheiten bilden. Das Gebäude soll im Stadtgebiet von Minden entstehen und Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheke, Kindergarten, Schule und Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr in der Nähe haben. Grundgedanke sei, dass sich die Bewohner gegenseitig im Alltag helfen, sei es bei der Kinderbetreuung, durch Fahrdienste und vieles mehr. Sowohl ältere Menschen als auch Kinder wären eine Bereicherung für die Gemeinschaft, erklärt Astrid Engel, die das Projekt betreut. „Gemeinschaft, Nachbarschaft, Respekt und Zeit, Wertschätzung und Nachhaltigkeit sind Schlagworte, die sich unmittelbar mit Wohnprojekten und ganz besonders mit dem Mehrgenerationenwohnen verbinden“, so Engel.

 „Zurzeit gibt es 16 Mitglieder im Alter von 44 bis 73 Jahren. Es werden weitere junge und ältere engagierte Menschen gesucht, die bereit sind, sich in eine funktionierende Gemeinschaft einzubringen und die in gegenseitigem Respekt eine positive Nachbarschaft leben wollen“, wirbt Engel.

 Einen großen Schritt weiter sind die „PöstenhoferInnen“. Der Pöstenhof ist eine Wohngemeinschaft von zurzeit 49 Erwachsenen und 19 Kindern in Lemgo, die sich im Verein Pöstenhof Lemgo zusammengeschlossen haben. Die Bewohner von 32 individuellen Wohneinheiten leben zusammen in einem gesunden Verhältnis von Nähe und Distanz und praktizieren dabei Nachbarschaftshilfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten. In der Wohngemeinschaft leben Europäer, Asiaten und Südamerikaner, Familien mit Kindern, Paare, Alleinerziehende und Singles. Die älteste Bewohnerin ist 80 Jahre, die jüngste ist in diesem Jahr geboren.

 „Was uns bei all den Unterschieden eint, ist der Gemeinschaftsgedanke. Wir wollen zwar individuell, aber doch in Gemeinschaft leben und diese Gemeinschaft pflegen und erhalten“, erklärt Mitbewohner Herbert Begemann. „Zentrum der Gemeinschaftspflege ist der Gemeinschaftsraum. Hier finden nicht nur die monatlichen Hausversammlungen und der Stammtisch statt, hier treffen sich auch die Bewohner zum Kochen und Spielen.“ Die Wohnungen sind Mietwohnungen und kosten 7,50 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete.

 Die Initiative „Nachbarschaftliches Wohnen“ in Rinteln befindet sich noch in der Startphase. Die Idee für die Initiative entwickelte sich aus Gesprächen im Mehrgenerationenhäuschen auf dem Weihnachtsmarkt im letzten Jahr. Es haben sich danach mehrere Interessenten zu einer Gruppe zusammengefunden, die einen Verein gründen wollen, mit dem Zweck, Verbindlichkeiten zu schaffen, Ziele zu definieren, in die Öffentlichkeit zu gehen, um das Projekt bekannt zu machen, Objekte und Investoren zu finden, Möglichkeiten der Finanzierung, Architektur und Rechtsform zu finden. „Geplant sind etwa 20 Wohneinheiten in einem Haus, in dem Familien, Alleinerziehende, Erwerbstätige, Ruheständler, Paare oder Singles – also mehrere Generationen – unter einem Dach leben“, erzählt Ilona Laboga-Böttke aus Krankenhagen, die sich für ein solches Wohnprojekt stark macht . „Jede Partei soll eine Wohnung möglichst mit Balkon oder Terrasse haben. Das Haus soll barrierearm und mit einem Fahrstuhl ausgestattet sein. Nach Bedarf sollen individuell passende und zugeschnittene Wohnungsgrößen gebaut werden. Dazu soll es einen Gemeinschaftsraum für gemeinsame Zeiten oder zum geselligen Beisammensein geben“, so Laboga-Böttke. Ziel sei ein selbst organisiertes und selbstbestimmtes Wohnen in einer Hausgemeinschaft, getragen von gegenseitiger Hilfestellung, Respekt, Toleranz und Solidarität.

 Die Mitglieder der Initiative treffen sich ab Februar jeden zweiten Dienstag im Monat um 18.30 Uhr im Familienzentrum Rinteln, Ostertorstraße. Ansprechpartner bei der Stadt Rinteln ist die Demografiebeauftragte Linda Ruppel, die die Initiative logistisch unterstützt. peb

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