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Altes Museum bekommt „Haus im Haus“

Rinteln / Sanierung Altes Museum bekommt „Haus im Haus“

„Fast täglich fragen mich Passanten, wo denn der Postillon geblieben ist“, sagt Architekt Ulrich von Damaros vor dem Alten Museum schmunzelnd.

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Architekt Ulrich von Damaros zeigt einen der beiden neuen Leimbinderbalken, die die Statik des Dachstuhls verbessern sollen.

Quelle: dil

Rinteln. Rinteln (dil). Der Wind hat die beiden Klappen aufgeweht, und dahinter ist vom Bläser des Weserlieds nichts zu sehen. „Den haben wir sicher eingelagert, aber nur für einige Monate bis zur Fertigstellung des Gebäudes.“ Wo er nun ist, wird aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

 Während kürzlich durch Aufbauen des großen Krans auf dem Kirchplatz Hoffnung auf große und rasche Fortschritte bei der Sanierung dieses Baudenkmals aufkamen, passierte von außen sichtbar zunächst nur die Entfernung der alten Dachziegel. Doch der Kran hat inzwischen auch geholfen, zwei dicke Leimbinderbalken ins Dachgeschoss zu hieven, wo sie nun die zuvor eher bescheidene Statik verbessern. Auf der Ostseite nimmt der Balken die gesamte Längsfront ein, auf der Westseite nur etwa die Hälfte.

 Die Statik ist ohnehin ein Problem in dem Gebäude. „Wir haben im Erdgeschoss zwei Stahlträger von 1910 und 1966 durch neue ersetzt“, sagt von Damaros. „Die Holzbalkendecke darüber bleibt erhalten. Aber der neue Eigentümer hat sich entschlossen, das Haus auf vernünftige Füße zu stellen. Das heißt, wir haben innen neue Betonfundamente durch die ein Meter hohe Aufschüttung bis auf den festen Boden gesetzt. Darauf kommt eine massive Innenwand, die Fassade bleibt nach außen als reiner Zierrat erhalten, ohne aber noch nennenswerte Gebäudelasten zu tragen. Zwischen beide Wände wird Dämmmaterial eingeblasen.“ Die Innenseite der Außenmauer wird derzeit neu verputzt.

 Der vor einigen Monaten ausgehobene alte Brunnen ist noch mit einer Holzplatte abgedeckt. „Den mauern wir hoch bis zur späteren Fußbodenoberkante hoch. Dann kommt eine Glasplatte darauf und Beleuchtung hinein, sodass Besucher ihn als Attraktionen erleben können“, kündigt der Architekt an.

 In Kürze rücken wieder Zimmerer an, um am Dachstuhl letzte Reparaturen vorzunehmen. Dann soll die Neueindeckung mit roten Tonziegeln folgen.

 Der Investor und neue Besitzer schaut regelmäßig vorbei, um sich vom Baufortschritt zu überzeugen. Noch geht vieles langsam voran, weil die Innenarbeiten auf teilweise engem Raum vorgenommen werden müssen. Bei den Außenarbeiten soll dann ein sichtbar höheres Tempo vorgelegt werden, erklärt von Damaros.

 Der künftige Betreiber des Cafés im Alten Museum ist bereits ausgewählt, ein Vertrag aber noch nicht geschlossen. Erst einmal soll in Ruhe und mit Qualität saniert werden, versichert der Architekt.

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