Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Am Fließband Hupen eingebaut

Rinteln / Austausch Am Fließband Hupen eingebaut

China lernt von Deutschland, Rintelner und Hamelner Gymnasiasten lernen im „Reich der Mitte“. 13 Schüler des Gymnasiums Ernestinum Rinteln und sechs vom Schiller-Gymnasium aus der Rattenfängerstadt waren jetzt mit drei Lehrkräften aus Rinteln und einer Pädagogin aus Hameln in Chongqing zum Berufspraktikum.

Voriger Artikel
Auf der Jagd nach Batman im Blumenwall
Nächster Artikel
Wenn Bücher Flügel verleihen

Großes Interesse: Der Fernsehsender CCTC 13 interviewt den Rintelner Gymnasiasten Niklas Kelm am Arbeitsplatz. Berufspraktika dieser Art gibt es in China sonst nicht.

Quelle: pr.

Rinteln. Sie gewannen mehrere Tage Einblicke in die Arbeitsweise eines Autoherstellers und eines Elektronikproduzenten. Für kulturelle Erlebnisse sorgten die Gastgeberfamilien aus der Oberschicht der Stadt mit mehr als elf Millionen Einwohnern im Kernbereich, mehr als 25 Millionen in der Region. Zu einer dortigen Schule pflegt das Ernestinum seit Jahren eine Partnerschaft.

 Zunächst ging es für zwei Tage nach Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan: Pandabären beobachten, ein Kloster und die Innenstadt erkunden. Dann 350 Kilometer per Bahn nach Chongqing. Vier der Rintelner Gymnasiasten waren schon 2012 per Schüleraustausch in China, für alle anderen war es Neuland. Gastfamilien nahmen die Schüler auf und kümmerten sich vor allem am Wochenende um das Kennenlernen von Landschaft und Kultur. „Die Kinder sprachen hier meist Englisch. Und diese Familien konnten sich das Recht auf mehrere Kinder kaufen“, stellte Miriam Meyer fest. Sie spricht durch ihre Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft im Ernestinum schon etwas Chinesisch. Jannis Wowra half sich wie die meisten Mitreisenden mit Händen und Füßen.

 Beim privaten Auto- und Motorradbauer Lifan nahe der Kernstadt durften die Schüler am Fließband ran: Hupen einbauen, Airbags installieren, Punktschweißen. „Erstaunlich, wie viele Mitarbeiter dort am Band stehen, bei VW sieht man da oft nur Roboter“, meinte Wowra. Dieser Hersteller beliefert die Märkte in China, Russland, Brasilien, seine rund fünf Automodelle sieht man zahlreich auf Chongqings Straßen. „Und bei 41 Grad gab es sogar hitzefrei“, staunte Meyer. „Der Tag fehlte uns dann in dieser Fabrik. Überhaupt war es fast täglich um die 40 Grad heiß. Eine Reise in den Osterferien wäre besser.“

 Dieses Problem tauchte beim Elektronikhersteller im 100 Kilometer entfernten Tongnan nicht auf. Dort stellte der Direktor aber zur Teezeremonie am Anfang rasch eine Fahne der kommunistischen Partei auf den Tisch, obwohl er sich sonst sehr kapitalistisch gab. Die Fotos sollten schließlich politisch korrekt sein.

 Meyer und Wowra machen im neuen Schuljahr Abitur, können sich für ihr Berufsleben Einsätze in China vorstellen. „Aber nur für einen deutschen Arbeitgeber“, sagen sie. In China gilt nämlich die Sechs-Tage-Woche. Welche Fettnäpfchen man meiden sollte, wissen die Schüler jetzt: Nie am Tisch niesen oder schnäuzen, das gilt als eklig. Nie den Teller leer essen, dann gibt es immer wieder Nachschub, weil der Gastgeber nicht als geizig gelten will. dil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg