Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Angetrunken gepöbelt: Bewährungsstrafe

Rinteln/Bückeburg / Prozess Angetrunken gepöbelt: Bewährungsstrafe

Ein 25-jähriger Rintelner, der unter Alkoholeinfluss mehrfach mit Polizistinnen in Konflikt geraten war, ist nun wegen Trunkenheit im Verkehr, Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und zweifacher Beleidigung belangt worden.

Voriger Artikel
Tester mit Fühler in Fritteuse: Fisch darf weiterbrutzeln
Nächster Artikel
Kreissporthalle bis Ende Oktober gesperrt

Rinteln/Bückeburg (maf). Die Berufungskammer des Bückeburger Landgerichts verurteilte den Arbeiter zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe, doppelt so viel, wie das Amtsgericht Rinteln in erster Instanz verhängt hatte.

Zugleich schnürte das Gericht unter Vorsitz von Jens Rass ein umfangreiches Auflagenbündel: So muss der 25-Jährige unter anderem eine bereits begonnene ambulante Alkoholtherapie fortsetzen und im Fall einer Kostenzusage eine stationäre Therapie durchführen. Außerdem hat er an eine Polizistin, die einen Faustschlag ins Gesicht abbekommen hatte, 150 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Der Fall: An einem Septembermorgen saß der Angeklagte in einem Auto, das bei einem Kiosk in der Rintelner Nordstadt abgestellt war. Gegen 5 Uhr bemerkte ihn die Kioskbesitzerin. Weil der Mann sich nicht rührte und auf Ansprache nicht reagierte, rief sie die Polizei. Zwei Beamtinnen kamen hinzu und sahen, dass alle Scheiben des Fahrzeugs beschlagen waren. Sie klopften, schalteten das Blaulicht des Streifenwagens an und öffneten dann die Autotür. Sofort kam der alkoholisierte Rintelner heraus und beschimpfte die Polizistinnen als „Huren“, „Nutten“ und „Putas“. Er lehnte einen Alkotest ab und musste mit zur Wache, wo eine 1,5 Promille ermittelt wurde.

Einige Wochen danach war der Angeklagte nachts mit seinem Auto in der Rintelner Innenstadt unterwegs. Ein Polizist wurde auf den nicht angeschnallten Fahrer aufmerksam, folgte ihm im Streifenwagen und forderte ihn auf anzuhalten. Dies ignorierte der 25-Jährige jedoch. Er wendete, stellte wenig später seinen Pkw in der Nähe seiner Wohnung ab und wollte zu Fuß weitergehen. Nachdem der Polizist eine Alkoholfahne bemerkt hatte, verweigerte der Mann erneut einen Alkotest und wollte auch nicht mit aufs Revier.

Als schließlich Verstärkung eintraf, versuchte er zu flüchten. Er wehrte sich, schlug wild um sich und traf dabei eine Beamtin mit der Faust ins Gesicht. Letztlich landete der Rintelner doch auf der Wache, wo ihm nur unter Zwang eine Blutprobe (1,4 Promille) entnommen werden konnte.

Inzwischen scheint der 25-Jährige auf einem guten Weg zu sein. Er hat einen Job gefunden, sich seine Alkoholerkrankung eingestanden und strebt eine stationäre Therapie an. Ohne diese Änderungen wäre der von Rechtsanwalt Gunter Mücke verteidigte Angeklagte vermutlich hinter Gittern gelandet.

Die in erster Instanz verhängten vier Monate auf Bewährung waren nach Ansicht der Berufungskammer deutlich zu niedrig ausgefallen. Unter anderem, weil der Rintelner zur Tatzeit unter Bewährung stand und erheblich vorbestraft ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr