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Angriff auf Taxifahrer: Freispruch vor Gericht

Rinteln / Prozess Angriff auf Taxifahrer: Freispruch vor Gericht

Der nächtliche Angriff auf einen Taxifahrer, der von einem Fahrgast mit Reizgas besprüht und auch noch um den Fahrpreis geprellt worden war, bleibt ungesühnt: Am dritten Prozesstag sprach Richter Christian Rost einen 26-jährigen Rintelner von den Vorwürfen der Körperverletzung und des Betruges frei.

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Rinteln (maf). Mit seiner Entscheidung folgte Rost dem Antrag von Verteidiger Markus Schwenk, während der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Verurteilung und eine Geldstrafe von 3000 Euro forderte.

Nach drei Verhandlungstagen mit einem Ortstermin und einem halben Dutzend vernommener Zeugen konnte der Fall nicht geklärt werden, der sich folgendermaßen abgespielt hatte: In einer Julinacht 2010 stand ein Taxifahrer (34) mit seinem Wagen vor einer Diskothek in Porta Westfalica. Gegen 3 Uhr stieg ein junger Mann ein, der sich in ein Dorf bei Rinteln fahren ließ. Die beiden unterhielten sich während der Fahrt, wobei der Gast auch von seinem Beruf erzählte und der Taxifahrer sich den jungen Mann genau anschaute.

Die Tour endete zunächst auf einem Schotterweg. Dort wollte der Gast aussteigen und nach Hause gehen, um Geld zu holen. Der 34-Jährige wurde misstrauisch, fuhr daraufhin mit seinem Kunden zu einem Geldinstitut. Vor dem Eingang der Bank sprühte der Gast dem ebenfalls ausgestiegenen Taxifahrer plötzlich Reizgas ins Gesicht.

Während das Opfer dadurch kurzzeitig außer Gefecht gesetzt wurde, flüchtete der Täter in der Dunkelheit und blieb den Fahrpreis von 40 Euro schuldig. Der Taxifahrer irrte dann eine Stunde lang durch das Dorf, ehe er drei Personen in einem Garten traf. Er erzählte von dem Vorfall, beschrieb den Angreifer und erhielt schließlich einen Namen.

Die Polizei ermittelte und stieß auf drei Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren, auf die der genannte Vorname zutrifft und die in dem Dorf gemeldet sind. Zwei entsprachen nicht der Beschreibung des Taxifahrers, der dritte Mann ist der jetzt Angeklagte. Diesen erkannte das Opfer auf Lichtbildern bei der Polizei ebenso als den Täter wieder wie zum Prozessauftakt im Gerichtssaal.

Dagegen bestritt der 26-jährige Rintelner, der damalige Fahrgast gewesen zu sein. Er gab an, sich mit seiner Freundin zur Tatzeit zu Hause aufgehalten zu haben. Die junge Frau bestätigte seine Einlassung. Eine Wende deutete sich am zweiten Verhandlungstag an, als bekannt wurde, dass es in dem Ort noch einen vierten jungen Mann mit dem mutmaßlichen Täter-Vornamen geben soll.

Dieser sagte am letzten Prozesstag aus und verneinte ebenfalls, der Fahrgast gewesen zu sein. Im Gegensatz zu dem Angeklagten traf auf ihn jedoch der im Taxi erwähnte Beruf zu.

Allerdings betonte der jetzt noch einmal gehörte Taxifahrer bei einer Gegenüberstellung: „Diese Person saß bei mir nicht im Taxi.“ Das Opfer blieb bei seiner ursprünglichen Aussage und war sich absolut sicher, dass der Angeklagte sein Fahrgast gewesen sei.

Für Rost war letztlich wesentlich, dass das Gespräch im Taxi über den Job nicht mit dem Beruf des Angeklagten übereinstimmte. Er sprach den 26-Jährigen nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ frei.

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