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Arbeitsstunden für Geschwister

Prozess wegen Truckenheitsfahrten in Rinteln Arbeitsstunden für Geschwister

Im Prozess um zwei Trunkenheitsfahrten mit Trecker und Auto sind jetzt die Urteile gegen zwei 16 und 18 Jahre alte Brüder gefällt worden: Richter Christian Rost verhängte gegen den älteren Rintelner 30 Arbeitsstunden, während sein jüngerer Bruder demnächst 20 Stunden gemeinnützig arbeiten muss.

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Rinteln. Nachdem der 18-Jährige mit seinem Auto und 1,3 Promille im Blut in einem Graben gelandet war, kam der Bruder (1,6 Promille) mit einem Traktor zu Hilfe und zog den Wagen heraus. Mit seiner Entscheidung folgte Rost weitgehend den Anträgen der Verteidiger Roland Schulz und Thomas Vollbrecht sowie der Forderung der Staatsanwaltschaft.

 Hinsichtlich der Führerscheine legte das Gericht den beiden Angeklagten keine Beschränkungen auf. Der ältere Bruder erhielt am Ende des zweiten Verhandlungstages seinen Führerschein zurück, den er vor zehn Monaten unmittelbar nach der Tat hatte abgeben müssen. Gegen den 16 Jahre alten Bruder, der keinen Führerschein besitzt, entfiel eine isolierte Sperrfrist. Er hatte zum Zeitpunkt der Trunkenheitsfahrt bereits mit dem Führerschein begonnen, durfte danach aber nicht weitermachen.

 Der Fall: Im September 2014 feierten die Brüder den ganzen Abend auf einem Erntefest und tranken bis spät in die Nacht reichlich Bier. Gegen 4 Uhr am Morgen holte der ältere Ange-klagte mit einem Kumpel aus dem Nachbarort Zigaretten, verunglückte auf dem Rückweg aber mit seinem Auto (wir berichteten).

 Eigenen Angaben zufolge musste der 18-Jährige nämlich einem auf der Straße stehenden Reh ausweichen und kam dabei von der Fahrbahn ab. Telefonisch bat er dann seinen Bruder um Hilfe. Der Schüler fuhr auch gleich mit einem Bekannten auf einem Traktor los und machte sich auf den Weg zur Unglücksstelle. Dabei streifte der 16-Jährige mit dem Frontlader einen Baum und fuhr dann weiter. Dies sah ein zufällig vorbeikommender Autofahrer und rief die Polizei.

 Kurz darauf erreichte der Schüler die Unfallstelle, der Wagen des Bruders wurde wieder flottgemacht. Der 18-Jährige wollte anschließend wieder ins Dorf zurückkehren. Da tauchte die Polizei auf, die eigentlich auf der Suche nach dem Trecker war. Der ältere Bruder fuhr daraufhin an den Straßenrand und stellte das Licht aus. Folge des auffälligen Verhaltens: Die Beamten kontrollierten den Autofahrer. Wenig später stieß auch der Schüler mit dem Trecker dazu. Als er sah, dass die Polizei schon seinen Bruder hatte, bog er mit dem Traktor ab.

 Sein Pech: Er landete in einer Sackgasse und konnte so von den Ordnungshütern gestellt werden. maf

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