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Arensburg soll Spukschloss werden

Crowdfunding Arensburg soll Spukschloss werden

Ein Spukschloss, ein Grusel-Hotel, könnte die nach wie vor leer stehende Arensburg werden, stellt sich der Rintelner Marcel Utke vor.  Für die Idee wirbt er auf der Internetplattform „leetchi“, will Geld per Crowdfunding sammeln und stellt sein Konzept „Nightfall Mansion“ auch im Detail vor.

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Ein Salon in der Arensburg: Bitten hier bald die Geister zum Tee?

Quelle: tol

Steinbergen. Eigentlich ein starkes Stück, denn Utke hat sich nicht die Mühe gemacht, darüber zumindest einmal zuerst mit dem Eigentümer der Arensburg, dem Projektentwickler Dolphin Trust in Hannover, zu sprechen. Dort erfuhr man von der Idee durch unseren Anruf, recherchierte dann im Internet. Dolphin-Pressesprecherin Monika Schröder zeigte sich in einem Telefongespräch hörbar amüsiert: „Eine pfiffige Idee, ohne Zweifel.“

 Man frage sich bei Dolphin nur: „Wie stellt der Mann sich das vor? Will er das Schloss kaufen oder nur pachten?“ Man sei für Gespräche durchaus bereit, auch offen für Ideen, nur müssten sie realistisch sein. Und Schröder nannte die großen Hürden: Denkmalschutz, Feuerschutz, der bei einem Gewerbe deutlich höher ist als bei einer Wohnnutzung, und die allgemeine Sicherheit. Das alles müsste mit einem Architekten geklärt und durchgerechnet werden.

 Grundsätzlich plant man bei Dolphin eine etwas andere künftige Nutzung des Schlosses: Wohnen, auch betreutes Wohnen oder eine Seniorenresidenz. Denn in diesem Bereich sind die Hannoveraner Spezialisten.

Gruselige Vergangenheit

Auch im Internet wird die Idee heftig diskutiert. Die Einträge (unter anderem in der Plattform „Wenn du in Rinteln lebst ...“) reichen von „furchtbar, es gibt schon genug Gruseliges auf der Welt“ bis „die Idee ist geil“. Etliche kommen schnell auf die eigentlichen Fragen: Wie will Utke eine Million Euro zusammenbekommen? Reicht das überhaupt, und was sagt der Schlosseigner dazu?

 Dass Spuk und Schloss zusammenpassen, steht sicher außer Frage. Das wusste schon der ehemalige Schloss-Eigner Dieter F. Kindermann, der 2007 zu einer Schauernacht mit Dichterlesung eingeladen hatte. Auch etliche Episoden aus der Historie des Schlosses lassen gruseln. Dort fanden im 17. Jahrhundert Hexenprozesse statt, verschwanden unliebsame politische Gegner in den Kerkern, wurden in der NS-Zeit Zwangsarbeiter untergebracht.

 Die Idee, Spuknächte in Schlössern zu veranstalten, ist nicht neu. Seit 2009 betreibt das mit einigem Erfolg ein Team von „Spuknachtmama“ Lucia Moine, einer promovierten Archäologin und Autorin, die schon Bücher über Geistererscheinungen geschrieben hat. Ihr Geschäftsmodell schilderte Moine in einem kurzen Telefongespräch: Schlösser, Burgen, Ruinen werden in Thüringen, Bayern und Österreich für die Zeit eines „Spukwochenendes“ angemietet. Ein freiberuflich tätiges Team inszeniere dann die Geisterbegegnungen, Rätsel müssten gelöst, Wege gefunden werden. Gäste kämen aus allen Altersgruppen. Wie das abläuft, findet man im Internet, kann man sich auch auf YouTube ansehen.

Geld-zuürck-Garantie

So etwa stellt sich auch der Rintelner Utke sein Spukschloss Arensburg vor. Er schreibt dazu im Internet unter anderem: „Die Grundidee ist, den Gästen eine Möglichkeit zu bieten, einen Horror-Film live zu erleben. Die Gäste werden keinen Schlaf finden können. Hinter jeder Ecke, in jedem Raum, verbergen sich Geheimnisse oder auch der wahre Horror. Nicht wie man es von Freizeitparks kennt. Echte Animateure, echtes altes Anwesen mit dunkler Geschichte. Es gibt Aufgaben, die man erfüllen muss, um die Nacht heil zu überstehen.“

 Utke will nur Gäste ab 18 Jahren zulassen, die eine Verzichtserklärung unterschreiben müssten (falls jemand die Turmtreppe herunterfällt). Das Gelände werde per Video überwacht, um Sicherheit zu gewährleisten und die Animateure zu koordinieren. Es werde doppelte Wände und Geistererscheinungen geben.

 Und Utke bietet starken Tobak: „Zusätzlich wird es eine Geld-zurück-Garantie geben. Wenn sich doch mal ein vom Horror abgehärteter Fan nicht quasi in die Hose machen sollte, bekommt er 50 Prozent zurück. Da wir aber erst aufgeben, wenn selbst der Härteste vor Angst erstarrt, wird es wohl nicht dazu kommen.“ wm

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