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Armbänder gegen das Verschwinden

„Azurit“-Heim will Bewohner mit GPS-Signal ausstatten Armbänder gegen das Verschwinden

Es ist die Schreckensnachricht für Angehörige und auch für die Betreiber von Seniorenheimen, wenn ein Bewohner plötzlich vermisst wird – wie im Fall des Helmut W. , der im Juli aus dem Heim „Azurit“ in Friedrichshöhe verschwand. Heimleiterin Claudia Jürgens überlegt, für bestimmte Bewohner Armbänder mit GPS-Signal anzuschaffen.

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Demenzkranke mit sogenannter Hinlauftendenz verschwinden manchmal aus Altenheimen – können GPS-Armbänder helfen?

Quelle: Pixabay

RINTELN. Der Vorteil: Durch die Armbänder könnten Bewohner im Ernstfall via Satellitensignal geortet werden. Der Nachteil (wenn man es so sehen will): Es handelt sich dabei um eine sogenannte freiheitsentziehende Maßnahme und damit um einen schweren Eingriff in die Grundrechte. Darunter fallen jegliche Vorrichtungen, Gegenstände oder Medikamente, die die Bewegungsfreiheit eines Menschen einschränken.

„Einfach so“ lassen sich solche Armbänder daher nicht einführen. Es ist auf jeden Fall ein richterlicher Beschluss nötig. Das ist auch dem „Azurit“ mehr als bewusst, weswegen eine mögliche Einführung mit dem Amtsgericht abgesprochen wird.

Außerdem muss das Tragen eines solchen Armbands mit dem Heimbewohner abgesprochen werden, wenn er noch selber entscheiden kann – oder aber mit dem Vormund.

Als „sinnvoll“ bezeichnet auch Carmen Pletat, Leiterin der Pflegeeinrichtung „Am Seetor“, die Einführung von GPS-Armbändern – zumindest für Senioren, die Demenz mit sogenannter Hinlauftendenz aufweisen. Senioren also, die im Zustand der geistigen Verwirrung aus dem Heim weglaufen, um beispielsweise ihre alte Wohnstätte aufzusuchen.

In einigen Heimen sind GPS-Armbänder kein aktuelles Thema

Über eine Einführung wird im Seetor-Heim allerdings nicht nachgedacht. Senioren mit Hinlauftendenz werden dort nicht aufgenommen, da sie spezielle Bedürfnisse haben, wie etwa einen geschützten Außenbereich. Das Heim aber ist offen und liegt direkt an der Seetorstraße – das kann gefährlich werden.

Sollten Bewohner eine Hinlauftendenz entwickeln, werden nach Möglichkeit und nach Absprache Plätze in entsprechend ausgestatteten Heimen gesucht, erklärt Pletat.

Weder im Seniorenheim der „Reichsbund freier Schwestern“ noch im „Haus Weserblick“ sind GPS-Armbänder ein aktuelles Thema. Im „Weserblick“ leben überwiegend selbstständige Senioren, erzählt Heimleiterin Gönül Kurc.

Visitenkarten in die Taschen

Demenzkranke Bewohner lebten auf der oberen Etage, aus der sie nur schwer verschwinden könnten: Die Türen gingen schwer auf, außerdem werde der Eingangsbereich stets beobachtet. Für genügend frische Luft stehen den Bewohnern Terrasse und Balkone zur Verfügung.

Eine der konventionellen Maßnahmen, um verwirrte Senioren im Zweifelsfall zuordnen zu können, ist, ihnen Visitenkarten des Heims in die Taschen zu stecken.

Das DRK in Schaumburg bietet für Senioren, die zu Hause wohnen, ein Hausnotruf-System an. Ein Teil dieses Systems wird am Handgelenk getragen und gibt der Person die Möglichkeit, per Knopfdruck Hilfe anzufordern. Das könnte zum Beispiel sein, wenn sich diese Person verirrt hat. Der Alarm gehe in der DRK-Zentrale ein, sodass Angehörige, Nachbarn, der DRK-Bereitschaftsdienst oder ein Rettungsdienst benachrichtigt werden können. mld, wm

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