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Arzt baut Unfall und flüchtet

Rinteln / Vor Gericht Arzt baut Unfall und flüchtet

Nach einem Verkehrsunfall an der Konrad-Adenauer-Straße ist ein Arzt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig gesprochen worden.

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Quelle: dpa

Rinteln (maf). An einem Augustabend hatte der Mediziner mit seinem Auto eine vorfahrtsberechtigte Radfahrerin erfasst und ist danach abgehauen. Bei dem Zusammenstoß stürzte das 77 Jahre alte Opfer und zog sich Verletzungen am Kopf und am Lendenwirbel zu.

 Richter Christian Rost verurteilte den Angeklagten, der nicht zur Verhandlung erschien und von seinem Verteidiger Jan-Markus Dehne vertreten wurde, zu einer Geldstrafe von 3000 Euro. Darüber hinaus entzog er ihm die Fahrerlaubnis und verhängte eine Führerscheinsperrfrist von noch sechs Monaten.

 Der Fall: Am 1. August fuhr die 77-jährige Rentnerin mit ihrem Fahrrad gegen 20 Uhr stadteinwärts auf dem Radweg an der Konrad-Adenauer-Straße. Im unübersichtlichen Kreuzungsbereich zum Galgenfeld/Im Emerten schaute sie nach rechts, sah aber kein Auto. Sie fuhr geradeaus weiter, als plötzlich ein Auto von rechts auftauchte, das nach rechts in die Konrad-Adenauer-Straße abbiegen wollte. Die alte Dame bremste, kollidierte aber hinten mit dem Wagen und stürzte.

 Zwei Radfahrer, die etwa fünf Meter hinter der Rentnerin waren, sahen, wie der Unfallverursacher seine Fahrt verlangsamte und kurz auf den abgesenkten Bordstein fuhr. Dann gab er aber Gas und fuhr davon. „Und zwar mit einem Affenzahn“, sagte ein Zeuge vor Gericht. Er und seine Begleiterin, die sich gleich um die Verletzte kümmerte, merkten sich das Kennzeichen des davonfahrenden Autos.

 Unterschiedlich schilderten die beiden Zeugen jedoch die Position, in der sich das Opfer während der Kollision befand. Die Verletzte kam ins Krankenhaus und wurde dort vier Tage behandelt.

 Eine Polizeistreife machte sich nach dem Unfall auf den Weg zum Halter des wegfahrenden Autos. Hinten links am Wagen entdeckten die Beamten dann Spuren von Gummiabrieb. Eine Polizistin berichtete, dass der Mann ihr gegenüber angegeben hatte, von dem Unfall nichts mitbekommen zu haben. Außerdem soll er auf ihre Frage, ob er Radfahrer gesehen habe, geantwortet haben, die seien viel zu schnell gewesen.

 Ende August wurde dem Mediziner die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen und danach der Führerschein von der Polizei beschlagnahmt.

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