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Auf den Spuren des heiligen Martin

Rinteln / Laternenumzug Auf den Spuren des heiligen Martin

Etwas pathetisch könnte man sagen: Der Geist des heiligen Martin war bei dem gestrigen Martinsumzug überall präsent. Oder der neunjährige Justus handelte einfach aus einem Impuls der Nächstenliebe heraus.

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Nina Wartenberg reitet als heiliger Martin dem Umzug voran. Auf seinen Spuren wandelt Justus (vorn r.) der Leonie seine Laterne überlässt.

Quelle: jak

Rinteln. Was auch immer ihn letztendlich dazu bewogen hat, seine Laterne der ebenfalls neunjährigen Leonie zu überlassen, die selber keine mitgebracht hatte, thematisch passte es perfekt zu dem kleinen, von Jugendlichen aufgeführten Theaterstück, in dem das Wirken des heiligen Martins im ökumenischen Gottesdienst in der ev.-ref. Jakobi-Kirche vorgeführt wurde.

 „Alle hatten genug zu essen“, führte Gemeindereferentin Martina Knöpfel-Lüssem dabei aus. Doch vor den Toren saß ein hungernder Mann, nur in Lumpen gekleidet. Aber wer würde ihm helfen? Einer nach dem anderen gingen die Bürger der Stadt an dem leidenden Mann vorbei, der sie verzweifelt um Hilfe bat. Fehlende Zeit und fehlendes Mitgefühl trieben sie voran. Einzig ein berittener Mann blieb stehen. Zwar hatte er kein Geld, übergab aber kurz entschlossen dem Bettler seinen Mantel. In der kommenden Nacht erschien ihm Jesus und dankte ihm für die milde Gabe. Von diesem Traum berührt, ließ Martin sich danach taufen.

 Die Aufforderung von Gemeindereferentin Martina Knöpfel-Lüssem, sich von Martins Handeln inspirieren zu lassen, scheint zumindest bei dem kleinen Justus nicht ungehört geblieben zu sein. Den gesungenen Liedern verhalf die Begleitung durch das Jugendblasorchester zu der nötigen Wirkung und beim gemeinsamen Gebet war es trotz der vielen Kinder relativ ruhig.

 Im Anschluss machte sich der Martinsumzug auf den Weg durch die Innenstadt. An der ev.-luth. St. Nikolaikirche vorbei, zog er zur kath. St.-Sturmius-Kirche. Dem Umzug voran gingen sechs junge Fackelträger des Technischen Hilfswerks Ortsverband Rinteln (THW), auf welche der berittene Martin folgte. Verkörpert wurde dieser von Nina Wartenberg auf ihrem Pferd Sally.

 Immer wieder machte der Umzug Station in der Innenstadt. Auf dem Kirchplatz baute sich auch das Jugendblasorchester wieder auf und begleitete das an diesem Abend oft gesungene Lied „Ich geh mit meiner Laterne“ mit ihren Instrumenten. Mittelpunkt der Aufmerksamkeit blieb aber der berittene Martin. Fast jeder wollte sich mit seiner Laterne einmal neben ihn stellen, das Pferd streicheln oder zumindest schnell ein Bild machen lassen.

 Für allgemeines Köpfeschütteln sorgten einige Autofahrer, die nur schwer einsahen, auf der mit Kindern gefüllten und weiträumig abgesperrten Straße, nicht fahren zu dürfen. Doch nach persönlicher Aufforderung durch Mitarbeiter des THW konnte der Umzug schließlich doch ungestört bei der katholischen Kirche ankommen. Dort gab es für die Kinder Stutenmänner und für alle anderen Punsch zum Aufwärmen, was bei den stetig sinkenden Temperaturen großen Anklang fand. jak

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