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Auf der Suche nach der Halbschwester

Rintelner will Familienzusammenführung der besonderen Art Auf der Suche nach der Halbschwester

Menschen zu suchen, von denen man nicht viel mehr weiß, als dass sie existieren, ist nicht einfach – selbst in Zeiten des Internets nicht.

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Reinhard Bakalorz' Vater Alfred eröffnete in Todenmann mit seiner zweiten Lebensgefährtin Gudrun Winkler die Pension „Bawi“.

Quelle: pr.

Rinteln. Diese Erfahrung macht gerade der Rintelner Reinhard Bakalorz (74), der seine verschollene Halbschwester kennenlernen möchte. Dafür hat er sich sogar bei Facebook angemeldet, auf Rat seiner Tochter Kerstin, die ihm bei der Suche hilft. Die beiden hoffen, auf diese Weise an Informationen zu kommen.

 Die Gesuchte dürfte etwas über 50 Jahre alt sein und ist die Tochter von Alfred Bakalorz und seiner Lebensgefährtin Gertrud Winkler. Alfred Bakalorz, Jahrgang 1912, dessen Familie ursprünglich aus Schlesien stammt, hatte nach dem Krieg als Fahrer im damaligen Britischen Militär-Hospital gearbeitet, Winkler war ebenfalls dort tätig gewesen. Um ihretwillen hatte er sich von seiner Ehefrau getrennt und mit ihr zusammen in Todenmann eine kleine Pension unter dem Namen „Bawi“ eröffnet. Eine Scheidung von Reinhard Bakalorz’ Eltern hatte es nicht gegeben.

 Diese damals durchaus skandalöse Trennung entzweite die Familie so sehr, dass Sohn Reinhard fast gar nichts mehr von seinem Vater mitbekam. Dass er eine Halbschwester hat, erfuhr er nur aus dem Rentenbescheid, den seine Mutter zugestellt bekam, als Alfred Bakalorz im Jahr 1966 in Hamburg starb. In die Hansestadt war der Vater mit seiner Lebensgefährtin im Jahr 1963 umgezogen, in die „Kolonie am Stölpchensee“, wo viele Flüchtlinge lebten und wo Winkler ein Fuhrunternehmen aufmachte.

 Reinhard Bakalorz sprach unter anderem mit den damaligen Käufern der Pension „Bawi“. In diesem Zusammenhang meinte eine alte Frau sich daran zu erinnern, dass das Paar nicht erst in Hamburg eine Tochter bekam, also die gesuchte Halbschwester, sondern bereits, als sie noch in Todenmann lebten. Wie diese aber heißt, weiß niemand. Wurde sie mit dem Nachnamen Winkler geboren? Und wenn ja, trägt sie diesen Namen noch? Alles ungewiss. Was also tun?

 Bakalorz’ Tochter Kerstin hat bereits beim Deutschen Roten Kreuz nachgefragt, doch das DRK ist nur für die Suche nach Kriegsvermissten zuständig. Wovor die Familie bis jetzt eine gewisse Scheu hatte, war etwas, das in solchen Fällen recht naheliegt: Bei den jeweiligen Standes- und Einwohnermeldeämtern um Auskunft zu bitten. „Ja, viele sind sich nicht sicher, ob wir für solche Suchen zuständig sind“, meint die Rintelner Standesbeamtin Claudia Holm. „Sogar die, die über Fernsehsendungen nach Angehörigen suchen, waren oft nicht auf den Ämtern. Also: Wir sind zuständig helfen gerne.“

 Vorbedingung dafür, dass Einwohnermeldeamt und Standesamt in ihre Akten sehen, ist der Nachweis, dass der Suchende in einem nahen Verwandtenverhältnis zur gesuchten Person steht. Es sei denn, es bestünde ein „rechtlicher Grund“, etwa um finanzielle Ansprüche durchzusetzen.

 Ob Bakalorz seine Halbschwester ausfindig macht? Die Suche übers Internet konnte ihn bisher nicht weiterbringen, wie oftmals, wenn die gesuchten Personen vor 1970 geboren sind und zu den Jahrgängen gehören, für die das Internet noch „Neuland“ ist. „Normalerweise müsste bei einem der zuständigen Standes- oder Meldeämter verzeichnet sein, wenn ein Kind geboren wurde“, sagt Claudia Holm. „Ich würde der Familie raten, hier in Rinteln oder in Hamburg nachzufragen. Immerhin ist ja der Name der Mutter bekannt.“  cok

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