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Auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen

Neubürgerbefragung Auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen

Wer seit Jahrzehnten am selben Ort wohnt, dem mag auf kurz oder lang der unvoreingenommene Blick für seine Umgebung fehlen. Einem Außenstehenden fallen womöglich Dinge auf, die der Alteingesessene schon gar nicht mehr oder noch nie wahrgenommen hat. Deshalb hat die Stadt Rinteln im vergangenen Jahr zum zweiten Mal eine Neubürgerbefragung durchgeführt.

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Die Neubürger Hans-Wilhelm Hube (2.v.l.) und Heiko Kruse (3.v.l.) mit Bürgermeister Thomas Priemer (l.) und der Demografiebeauftragten Linda Mundhenke (r.) sowie der Praktikantin Verena Lange.

Quelle: pk

Rinteln. Auf diese Weise erhofft sich die Verwaltung, besser auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen zu können. Die Neubürger Hans-Wilhelm Hube, Heiko Kruse und eine Dame aus Lippe, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sind drei von rund 178, die an der Befragung teilgenommen haben. Dafür, dass sie sich die Zeit nahmen und Mühe machten, den umfangreichen Fragebogen (knapp 30 Fragen) der Stadt Rinteln auszufüllen, hat Bürgermeister Thomas Priemer ihnen im Rathaus gedankt und Preise überreicht.

Hube – der 2015 nach 23 Jahren nach Rinteln zurückkehrte, wo er bereits von 1976 bis 1993 als Vorgänger von Peter Neumann als Superintendent des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg fungiert hat – gewann den ersten der drei von Priemer ausgelosten Preise: ein Essen mit dem Bürgermeister im Stadtkater.

Kruse und die ehemalige Lipperin freuten sich über zwei üppige Präsentkörbe im Wert von jeweils 100 Euro mit Karten für den „Doktorsee in Flammen“ oder das „Irish Folk Festival“ und Gutscheinen für Frühstücksbüfetts, Sportangebote und Ähnliches.

Erste Anlaufstelle für Einkäufe

Fremd war Rinteln auch Kruse und der Lipperin nicht. Kruse kommt aus Minden. Aber da seine langjährige Lebensgefährtin Rintelnerin ist, hat er seinen Wohnsitz 2015 ebenfalls hierher verlegt. Und die Dame aus Lippe mochte Rinteln einfach schon immer, zumal die Weserstadt für sie auch im Lipperland immer die erste Anlaufstelle für Einkäufe gewesen sei. Außerdem lebte sie vor langer Zeit sogar bereits in einem Rintelner Ortsteil. Nun sei sie froh, wieder hier zu sein.

1110 im vergangenen Jahr registrierte Neubürger hatte die Demografiebeauftragte Linda Mundhenke den Fragebogen zugesandt. Die Zahl der tatsächlichen Neubürger liegt mit 1676 noch deutlich höher. Allerdings hat die Stadtverwaltung das Mindestalter für die Teilnahme an dem Fragebogen auf 16 Jahren veranschlagt. Ausgeschlossen von der Teilnahme waren zudem die in Rinteln untergebrachten Flüchtlinge.

Zum einen, so Mundhenke, weil die meisten über keine Deutschkenntnisse verfügten und deshalb den Fragebogen nicht ausfüllen könnten, zum andern, so Priemer, weil unklar sei, ob die Flüchtlinge überhaupt in der Weserstadt bleiben werden. Im selben Zeitraum sind 356 Rintelner gestorben, 1453 sind weggezogen. Daraus resultiert ein Einwohnerrückgang von 133 Menschen im Jahr 2015.

Die Preise seien ein kleines Dankeschön, weil es nicht selbstverständlich sei, als Neubürger auch noch einen Fragebogen auszufüllen, wenn man umzugsbedingt ohnehin schon mit allerlei Formalitäten befasst sei, so Priemer. „Aber ihr frischer Blick ist uns wichtig, um Verbesserungen vornehmen zu können.“

Stärken und Schwächen aufzeigen

So reichen die Fragen vom Sport- und Freizeitangebot und der hiesigen Landschaft über Kinderbetreuung und Einkaufsmöglichkeiten bis zu Kultur- und Informationsangeboten der Stadt. „Wir wollen wissen, wer unsere neuen Bürger sind, und herausfinden, wo nach Auffassung der Neubürger unsere Stärken und Schwächen liegen“, so Mundhenke. „Daraus können wir wichtige Schlüsse für alle Bürger ziehen.“

Es war das zweite Mal, dass die Stadt eine Neubürgerbefragung durchgeführt hat. Derzeit wird die jüngste Umfrage noch ausgewertet. Die Ergebnisse sollen in Kürze öffentlich vorgestellt werden. Eine weitere Befragung könnte in zwei Jahren erfolgen, um sich ein Bild von der Entwicklung der Stadt zu machen, so Mundhenke.  pk

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