Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Aus dunklem Chaos wird Licht

Rinteln Aus dunklem Chaos wird Licht

Das Orchester hörte auf zu spielen, die Sänger sangen nicht weiter, das Publikum schwieg minutenlang, und das mitten in der Erstaufführung von Josephs Haydns Oratorium „Die Schöpfung“. Was war passiert? Von der Geschichte des 1798 fertiggestellten Werkes erzählte Kreiskantorin Daniela Brinkmann am Dienstag während ihres Einführungsvortrags zur „Schöpfung“, die am Sonntag, 21. Juni, in der Nikolaikirche in Rinteln aufgeführt wird.

Voriger Artikel
Ferienspaß für Kinder und Jugendliche
Nächster Artikel
Stadt will Tourismuspotenzial besser nutzen

Eindrucksvoll bringt Kreiskantorin Daniela Brinkmann am Flügel so manche musikalische Bewegung aus Jospeh Haydns „Schöpfung“ den Besucher näher.

Quelle: cok

Von Cornelia Kurth Rinteln. Dass die Musiker 1798 ihr Spiel unterbrachen und das sonst so applausfreudige Publikum sich nicht rührte, lag daran, so wird es jedenfalls kolportiert, dass alle vollkommen überwältigt waren. Das Oratorium beginnt mit einer für damalige Zeiten ungewöhnlichen musikalischen Beschreibung des „Chaos“, das herrschte, als die Erde noch dunkel, wüst und leer war. Und dann folgen die Worte, gesungen von einem Engelchor: „Es werde Licht! Und es ward Licht!“ Aus dem düsteren c-Moll wird plötzlich das helle C-Dur. Das hat wohl alle umgeworfen.

„Ich verspreche, dass wir am Sonntag in unserer Aufführung nicht mittendrin pausieren“, sagte Brinkmann. Nachvollziehen konnten die durchaus zahlreichen Zuhörer ihres Vortrags in der Nikolaikirche aber schon, was derart eindrucksvoll ist an dieser Stelle, da Brinkmann die musikalischen Bewegungen zunächst am Flügel und dann über das Abspielen einer Konzertaufnahme so nahebrachte, dass man unausweichlich eine Gänsehaut bekam.

Überhaupt stellte die Kreiskantorin „Die Schöpfung“ als ein sehr emotionales Werk vor. Sowohl der biblische Schöpfungsbericht als auch die Textergänzungen durch Psalmen und John Miltons Epos „Paradise Lost“ sind voller Poesie, die gesamte Komposition ist ausgesprochen „malerisch“, und bei all den verherrlichenden „Beschreibungen“ des Paradieses schwingt doch immer mit, dass der Mensch schließlich daraus vertrieben wurde.

Drei Jahre lang hatte Haydn an dem Oratorium gearbeitet, dabei oftmals fast am Ende seiner Kräfte, so groß war der Anspruch, der an ihn gestellt wurde, nicht nur, weil er als einer der berühmtesten Komponisten galt, sondern auch, weil man wünschte, er solle quasi Georg Friedrich Händel vertreten, der 30 Jahre zuvor abgelehnt hatte, das Textbuch kompositorisch umzusetzen. „Täglich warf ich mich auf die Knie und bat Gott, dass er mich stärke für mein Werk“, diese Worte sind von Joseph Haydn überliefert.

An Händel allerdings erinnert „Die Schöpfung“ weniger, sondern vielmehr an Wolfgang Amadeus Mozart und natürlich die Klangfreude der „Wiener Klassik“. Das Werk trat schnell seinen Siegeszug durch die europäische Musikszene an und wurde manchmal mit mehr als 1000 Mitwirkenden aufgeführt. Am kommenden Sonntag beteiligen sich immerhin 90 Sänger und Sängerinnen vom Schaumburger Oratorienchor und dem Jugendchor, dazu drei Solisten, die die Parts der „Erzengel“ und von „Adam und Eva“ übernehmen, und schließlich das im ganzen norddeutschen Raum anerkannte Orchester-Ensemble „opus 7“, das erstmals in Rinteln musiziert. Das Konzert beginnt um 17 Uhr. cok

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg