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"Ausdruck der Ohnmacht"

Lehrer über den Klassenfahrtenboykott "Ausdruck der Ohnmacht"

Pädagogisch sinnvoll sind sie ganz bestimmt – daran gibt es keinen Zweifel. Doch wenn Lehrer auf Klassenfahrt gehen, dann verzichten sie mitunter auch auf ihre Freizeit.

Rinteln. An vielen Gymnasien gibt es keine Fahrten mehr, weil insbesondere Gymnasiallehrer eine Stunde mehr pro Woche unterrichten sollen. Der Verzicht auf Klassenfahrten war in vielen Kollegien damit Ausdruck des Protests gegen die Pläne des Landes. Die Kritik der Lehrer gegenüber ihrem Dienstherrn: Die Landesregierung will Pläne ohne vorherigen Dialog mit der Lehrerschaft in die Tat umsetzen.

 Der Personalrat des Rintelner Gymnasiums Ernestinum teilt nun dazu mit, dass die „Maßnahme Klassenfahrtboykott ein Ausdruck der Hilflosigkeit und Ohnmacht“ ist. Bislang hätte der Verzicht auf Klassenfahrt jedoch nicht viel bewirkt. Eine Umfrage unter Rintelns Gymnasiallehrern habe jüngst ergeben, dass die Mehrheit (rund 38 Prozent) dennoch gegen einen solchen Boykott stimmten. 32 Prozent waren dafür, in Zukunft auf Klassenfahrten zu verzichten. Etwa 28 Prozent der Lehrer wollen nur noch eingeschränkt mit Schülern auf Fahrt gehen. Vier Prozent hatten keine Meinung zu dem Thema.

 Bislang sind am Ernestinum keine Klassenfahrten ausgefallen. Wenn denn Lehrer die anstehenden Fahrten boykottiert hätten, seien immer Mitglieder der Schulleitung eingesprungen. Die Fahrten hätten alle stattgefunden.

 Doch unter den Ernestinum-Lehrern hat sich Frustration breit gemacht, wie der Personalrat betont, „aufgrund ihres Empfindens, dass ihr Dienstherr seiner Fürsorgepflicht zum Teil nicht nachkommt, Zusagen nicht einhält und praktisch keinen konstruktiven Dialog zur Auflösung der Problematik führt“.

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