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Ausstellung im Gymnasium Ernestinum

Die letzen Tage des Zweiten Weltkriegs Ausstellung im Gymnasium Ernestinum

Die große Stärke der Aufarbeitung von Geschichte auf regionaler Ebene besteht darin, die Geschehnisse von früher greifbar zu machen. Auch aus diesem Grund ist die Ausstellung „1945 – Der Wesergebirgskessel und die letzten Kriegstage zwischen Minden, Hameln und dem Steinhuder Meer“ , die vor fünf Jahren im Museum Eulenburg lief, jetzt im Gymnasium Ernestinum wiedereröffnet worden.

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 Museumsleiter Stefan Meyer spricht mit Schülern aus Politik- und Geschichtskursen über die letzten Kriegstage in Rinteln und Umland.

Quelle: pk

Rinteln. Bei der gestrigen Vernissage veranschaulichte Museumsleiter Stefan Meyer, der das Revival der Ausstellung im Ernestinum initiiert hat, das Kriegsgeschehen sowohl anhand von Erzählungen als auch von Fundstücken aus der Region. So präsentierte er etwa eine mit Einschussloch versehene Tabakdose eines deutschen Soldaten, die auf dem Gut Dankersen gefunden worden sei, Tabakreste inklusive.

 Kinder und Jugendliche, die mit Militärschrott spielen und sich dabei verletzen oder sogar zu Tode kommen, so etwas bekommen die Menschen in Deutschland heute nur von relativ weit entfernten Kriegsschauplätzen mit. Dass es solche Opfer auch in Rinteln und Umgebung gegeben hat, darauf wies Geschichtslehrer Thomas Weißbarth hin, der in seinem Kurs gerade das Thema „Zwangsmigration im Zweiten Weltkrieg“ behandelt und mit seinen Schülern die Ausstellung besuchte. Meyer hatte auch dafür ein überliefertes Ereignis: Ein Jugendlicher, der auf dem Gut Dankersen Militärschrott auseinander- und wieder zusammenbaute, sprengte sich in die Luft. Und das einzige überlieferte Filmmaterial ist nur wenige Sekunden lang und stammt von den US-Amerikanern, die bei Luhden einen Bus mit Schülern beschossen und die Überreste und Toten anschließend filmten.

 Die Ausstellung handelt von den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges in und um Rinteln. Auf mehreren Informationstafeln werden die Ereignisse von Anfang bis Mitte April im Jahr 1945 textlich und bildlich erläutert.

 Für Schülerin Johanna Sümenicht (17) ist die Ausstellung eine Gelegenheit, an die Erzählungen ihrer Oma, die mit fünf Jahren aus Schlesien floh, anzuknüpfen. „Dadurch, dass einem die Region vertraut ist, findet man einfacher Zugang zum Thema“, sagt sie. Für Mitschülerin Marina Jaksic (17) ist der Zweite Weltkrieg in Deutschland noch weiter weg, da sie zwar hier geboren und aufgewachsen sei, Vater und Großeltern jedoch aus Kroatien kämen. „Aber dort hat es ja auch Krieg gegeben“, sagt die 17-Jährige. Und Schülerin Nina Reinfelder (17) sagt, sie habe in Gesprächen mit ihrer Oma die Erfahrung gemacht, dass die Judenvernichtung ein „Tabuthema“ ist. Tabus, die es bei Ausstellungen wie dieser nicht gebe. Alle drei schätzen es vor allem, anhand von Einzelschicksalen mehr über diese Zeit zu erfahren.

 Die Ausstellung ist für jedermann zugänglich und läuft noch bis Mitte Mai. pk

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