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Bald neues Leben in „Ihr Platz“?

Rintelner Geschäftshaus an der Weserstraße verkauft Bald neues Leben in „Ihr Platz“?

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Weserstraße, in dem der ehemalige Drogeriemarkt „Ihr Platz“ seit 2012 leer steht, ist seit gestern verkauft.

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Dieses Gebäude in der Weserstraße ist verkauft, aber noch ohne Leben.

Quelle: tol

Rinteln. Der Obernkirchener Unternehmer Jan Neitsch hat es mit seiner Neitsch Immobilien GmbH für etwas weniger als den zuletzt geforderten Verkaufspreis von 650.000 Euro erworben. Schon vorab hat er Mietinteressenten für den 353 Quadratmeter großen Laden durch die Räume geführt, aber endgültig angebissen hat noch niemand. Die Interessenten kämen aus den Bereichen Lebensmittel bis Mode, so Neitsch.

Das Gebäude mit dem Laden und 27 Quadratmetern Nebenraum im Erdgeschoss sowie 100 Quadratmeter Lagerfläche im Keller verfügt auch über 13 Wohnungen in den oberen Geschossen. Zur Wallstraße hin gibt es noch ein Nebengebäude und Parkplätze für die Mieter. Bisheriger Besitzer war die Erbengemeinschaft Meyer, die sich 2014 zum Verkauf entschlossen hatte. Der Auftrag für Vermietung und Vermarktung ging an das Immobilienbüro Maren Düvelsdorf in Bückeburg.

Düvelsdorf teilte mit, dass sie das Objekt seit März im Internet bei Immobilienscout angeboten und gute Resonanz erfahren habe. Die Schaufenster hatte sie teilweise beklebt mit Hinweisen auf Verkauf des Hauses und Vermietung des Ladens. Auch das habe Interessenten angezogen. „Das beste Angebot hat jetzt den Zuschlag bekommen“, sagte sie.

„Der Verkaufspreis ist viel zu niedrig“, meint Ralf Pollmann, der das Gebäude für die Erbengemeinschaft bis Ende 2014 verwaltet hatte, zu dem zuletzt verlangten Verkaufspreis. Er rechnet so: Je 50000 Euro Jahresertrag aus der Vermietung der Wohnungen und des Ladens, multipliziert mit den zuletzt in Rinteln üblichen acht bis zehn Jahren als Kalkulationsgrundlage für den Verkaufspreis – das macht 800000 bis eine Million Euro. Düvelsdorf hält dagegen: „Der Laden ist ja nicht vermietet, so kann man also nicht rechnen.“

Pollmann hatte die Verwaltung am Jahresende wegen Unstimmigkeiten mit der Erbengemeinschaft abgegeben, die sich mehrheitlich zum Verkauf entschloss. Gestern wurde bei einem Notar in Bückeburg der Kaufvertrag von den ersten Parteien aus der Erbengemeinschaft unterzeichnet, andere werden laut Düvelsdorf mit Nachgenehmigungen nachziehen. Die Verfügbarkeit über das Gebäude hat der künftige Besitzer also wohl noch nicht.

Doch wer ist Jan Neitsch und was hat er vor? „Ich betreibe seit eineinhalb Jahrzenten eine Firma für Kälte, Klima, Heizung und Lüftung in Obernkirchen“, sagte er gestern. „Ich habe dort 18 Mitarbeiter in handwerklichen Berufen. Seit acht Jahren betreibe ich auch eine Immobilien GmbH. So kann ich meine Mitarbeiter auch dort einsetzen, wenn Immobilien saniert werden müssen. Mit Fremdunternehmen wäre das teurer. Ich kaufe günstige Immobilien, auch bei Versteigerungen, saniere sie durch und vermiete.“ Inzwischen habe Neitsch weit mehr als 100 Objekte, darunter mehrere in Rinteln wie zum Beispiel das Gebäude mit dem Sanitätshaus Ordelheide und Häuser an der Brennerstraße.

Neitsch kennt das Gebäude an der Weserstraße inzwischen und hat auch schon Interessenten durch die Geschäftsräume im Erdgeschoss geführt. „Ob und wie wir hier vorher sanieren, hängt von den Wünschen des endgültigen Mieters ab.“ Das gelte auch für den Zeitpunkt der Bereitstellung. Bei den Wohnungen habe er kein Interesse an kurzfristiger Flüchtlingsunterbringung. Auch der Abriss des Hinterhauses zur Vergrößerung der Ladenfläche ist bisher nicht geplant. Während das Vermieten der Wohnungen zuletzt kein Problem darstellte, außer dass es immer mal wieder Ärger mit nicht zahlenden und die Wohnungen zumüllenden Mietern gab, war der Laden bisher eher ein Ladenhüter. Außer Kurzzeitvermietung an Künstler und Nutzung als Wettkampfbüro für den Volksbanklauf tat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas.

Pollmann hatte noch vor zwei Jahren große Pläne. Er wollte zwei kleine Läden und einen Bereich für Gastronomie im Erdgeschoss unterbringen, da er keine Mieter für die Gesamtfläche fand. „Für den Umbau hätte ich 50.000 Euro Kredit gebraucht, aber die Erbengemeinschaft wollte nicht“, erklärte er gestern. Heute sei er froh, dass er mit dem Gebäude nichts mehr zu tun habe, dort nur noch seine Werkstatt leer räumen müsse.

Pollmann hatte sich bis 2014 auch um die Vermietung des Gebäudes am Kirchplatz mit dem früheren Altstadt-Grill gekümmert. Zuletzt war dort ein Getränkelager der nahen Gaststätte „Mosquito“ untergebracht. Dieses Gebäude habe die Erbengemeinschaft inzwischen zur Betreuung an die Hausverwaltungsfirma Römbke übergeben, so Pollmann. Er kämpfe nun darum, das Rokoko-Schlösschen am Ortsausgang Richtung Doktorsee und die Parkplätze hinter der Mauer an der Wallgasse übertragen zu bekommen. „Als Entschädigung für meine sieben Jahre Verwalterarbeit“, sagte der Frührentner gestern.

Das Gebäude hatte auch im Fokus der Cima-Gutachter für die Innenstadtentwicklung gestanden. Es ging um die Zusammenlegung von Ladenflächen, um Handelsketten mit Bedarf an größeren Flächen ein Angebot machen zu können. Ein konkretes Ergebnis gab es dabei nicht.

dil

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