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Barrierefreiheit in der Fußgängerzone

Rinteln / WGS-Fraktion Barrierefreiheit in der Fußgängerzone

Barrierefreier Zugang zu allen Läden und Dienstleistern in der Fußgängerzone in Rinteln – das ist das Ziel der WGS-Fraktion.

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Eineinhalb Stufen in den Laden: Für Rollator-Nutzer noch machbar, aber für Rollstuhlfahrer ein unüberwindbares Hindernis.

Quelle: peb

Rinteln. Rinteln. Dazu hat der Fraktionsvorsitzende Gert Armin Neuhäuser einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der in der heutigen Ratssitzung im Ratskellersaal am Marktplatz ab 19 Uhr auf der Tagesordnung steht. Aber wie ist es um die Barrierefreiheit in der Fußgängerzone tatsächlich gestellt? Wie viele Läden haben einen Zugang über Stufen? Eine Kurz-Analyse gibt darüber Auskunft.

In dem WGS-Antrag heißt es: „In der Rintelner Innenstadt sind zahlreiche Läden und Dienstleister noch nicht so ausgelegt, dass alle Menschen unabhängig von ihren Einschränkungen diese ohne fremde Hilfe betreten und verlassen sowie sich darin frei bewegen können. Merkmale für ein barrierefreies Gebäude sind insbesondere Eingangsrampen statt Stufen.“ Einer Umgestaltung stünden oftmals technische oder finanzielle Hürden im Weg.

„Wir beantragen deshalb die Unterstützung der Stadt Rinteln bei der Umgestaltung von Läden und Dienstleistern hin zu einer Barrierefreiheit“, fordert Neuhäuser für die WGS in seinem Antrag. „Andere Städte haben derartige Initiativen schon auf den Weg gebracht und werben mit der Barrierefreiheit beim Betreten von Gebäuden für ihre Fußgängerzone“, weiß Neuhäuser und ergänzt. „Das wäre für die Stadt Rinteln ein Alleinstellungsmerkmal in ganz Schaumburg.“

Im Rahmen des Baues der Fußgängerzone vor elf Jahren haben viele Hausbesitzer die Gelegenheit genutzt, die Eingänge zu den Läden ebenerdig zu gestalten. Als der Ruf nach Barrierefreiheit in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle spielte, reagierten einige Hausbesitzer und bauten Rampen in den Eingangsbereich ein. Öffentliche Gebäude mit Stufen haben einen behindertengerechten Zugang oft über einen Aufzug am Seiteneingang nachgerüstet.

In der Kloster- und Weserstraße gibt es 67 Läden und Dienstleister. Davon weisen 13 Läden im Eingangsbereich Stufen auf. Das sind etwa 20 Prozent. Die meisten Läden haben nur eine Stufe vor der Tür, selten sind es zwei Stufen, drei und vier sind die Ausnahme.

Je weiter man sich von dem Kern der Fußgängerzone entfernt, desto negativer wird das Verhältnis zuungunsten der Barrierefreiheit. Im Bereich des Marktplatzes sind fünf der 16 Läden und Restaurationsbetriebe nur über Stufen zu erreichen. Das sind immerhin mehr als 30 Prozent.

Auf dem Kirchplatz beträgt das Verhältnis 50:50 Prozent. Dabei ist zu beobachten, dass die Läden auf der Südseite des Kirchplatzes fast alle einen ebenerdigen Zugang haben und auf der Nordseite bis auf eine Ausnahme alle mindestens eine Stufe im Eingangsbereich vorweisen.

Auch an der Engen Straße und der Bäckerstraße ist das Verhältnis nahezu ausgeglichen. An der Engen Straße gibt es insgesamt elf Gebäude, die Ladenlokale in ihren Räumlichkeiten beherbergen oder beherbergt haben und heute geschlossen sind. Davon weisen sechs Gebäude Stufen auf. An der Bäckerstraße sind zehn der 19 Läden, Dienstleister und Restaurationen durch Stufen von der Straße getrennt.

Aber Rampen und breite Türen reichen nicht aus, um Barrierefreiheit zu schaffen. Rampen ohne automatische Türen zum Beispiel bleiben für die Rollstuhlfahrer ein unüberwindbares Hindernis. Sie brauchen auch Schalter und Griffe in der richtigen Höhe. Blinde und Sehbehinderte benötigen Tastkanten und Bodenindikatoren oder auch Lautsprecher-Ansagen, um sich zurecht zu finden. Für Menschen mit geistiger Behinderung sind eine übersichtliche Gestaltung von Innen- und Außenräumen sowie Piktogramme und Schilder in leichter Sprache bei der Orientierung hilfreich.

Die wahre Barrierefreiheit hat also ein sehr breites Spektrum, was in allen Ebenen zu berücksichtigen ist. peb

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