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Bei „Marktkauf“ kommt nichts mehr in die Tüte

Rinteln / Pilotprojekt Bei „Marktkauf“ kommt nichts mehr in die Tüte

Für viele Kunden war es eine Überraschung: Seit Montag gibt es bei „Marktkauf“ in der Konrad-Adenauer-Straße keine Gratis-Papiertüten mehr. Das habe man aber rechtzeitig angekündigt, so Ilse Hartmann, stellvertretende Marktleiterin. 

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Marktleiter Branko Kosic und Mitarbeiterin Erika Meise zeigen den Unterschied. Die braune Papiertüte „geht über“ in die gelbe Kunststofftasche, jeweils mit grünem Markennamen.

Quelle: tol

Rinteln. Rinteln (wm).  Die Kunden seien mit dem „Marktkauf“-Prospekt informiert worden, dort sei auch der Bon für die Mehrfachtasche, den Bag ausgedruckt, der in dieser Woche kostenlos ausgegeben wird. Beschwerden, versicherte die stellvertretende Marktleiterin, habe es bisher nur vereinzelt gegeben, eher Nachfragen von Kunden an der Info-Theke, die den Grund erfahren wollten.

 „Marktkauf“ in Rinteln, schilderte gestern Alexandra Antonatus, Pressereferentin bei Edeka Minden-Hannover, auf Anfrage, sei der Testfall, ein Pilotprojekt. In anderen „Marktkauf“-Märkten lägen zurzeit noch die kostenlosen braunen Tüten mit dem grünen M an den Kassen. Vermutlich im Sommer sollen sie in allen Marktkaufmärkten verschwinden.

 Selbstverständlich spare man damit Kosten, räumte Alexandra Antonatus ein, aber das sei nicht der entscheidende Grund gewesen, sondern: „Die Ökobilanz der Tüten passt einfach nicht mehr in unsere Zeit.“ Zwar seien die Tüten aus Recycling-Papier, aber auch dafür müssen irgendwann Bäume gefällt werden. Und dann das Müllproblem allein durch die schiere Masse: Rund 10000 Tüten sind in Rinteln pro Woche abgegeben worden.

 Bei „Marktkauf“ sagt man: Kassiererinnen haben schon immer versucht, den gierigen Griff zur Tüte zu begrenzen und immer nur einen kleinen Tütenstapel ausgelegt. Aber einem Kunden kann man schlecht den Wunsch nach einer weiteren Tüte ausschlagen, selbst wenn er seine Ware schon verstaut hat.

 „Marktkauf“ war der letzte und damit einzige Supermarkt, in dem man Papierbags kostenlos erhalten konnte: das amerikanische Modell. In allen anderen muss für Tüten zahlen, wer keine eigene Tragetasche mitbringt.

 Bei „Marktkauf“ gibt es künftig gegen Entgelt Plastiktüten und für einen Euro den stabilen Bag, den man mehrmals benutzen kann. Auch der sei aus Recycling-Material, betonte die Pressereferentin.

 Ade, Papiertüte. Da wird sich mancher Haushalt umstellen müssen, waren die stabilen „Marktkauf“-Tüten doch ideal, um Altpapier im Haus zu sammeln. Oder als Einlage für die kleine Biomülltonne in der Küche. In den Tüten konnte man Katzenstreu perfekt entsorgen. „Marktkauf“-Tüten wurden sogar bei Umzügen gesichtet – für den Kleinkram.

 Die Idee, die Tüten mit einer Gebühr zu belegen, hatten schon andere Märkte: So hat „Marktkauf“ in Cuxhaven im Vorjahr pro Packbeutel fünf Cent kassiert, eine Summe, die an den Tierschutzverein abgegeben worden ist. Ein Modell, das auch andere Häuser der Edeka-Nord übernommen haben.

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