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Beim Fußball ist Sprache kein Problem

Rinteln Beim Fußball ist Sprache kein Problem

Vom Kosovo nach Deutschland – und das, fast ohne ein Wort Deutsch zu können. So ging es dem jetzt 18-jährigen Ali, der mit seiner Mutter und seinem Bruder Avni (17) im März 2014 nach Rinteln gekommen war.

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Alexander (von links), Ali und Illir haben eine gemeinsame Leidenschaft: Fußball.

Quelle: nis

Rinteln. Die Familie wollte aus mehreren Gründen nach Deutschland. Die Eltern trennten sich, und die Mutter fand keine Arbeit in ihrem Land. Auch gab es öfter Probleme mit der Herkunft der Mutter. Denn die albanische Frau war mit einem serbischen Mann verheiratet und lebte im Kosovo. Daher spricht Ali auch Serbisch und Albanisch.

Einige Wochen nach seiner Ankunft ist er in die 9. Klasse der Hildburgschule gekommen: „Anfangs war es sehr schwer, sich zu verständigen, aber trotzdem waren alle lieb zu mir“, sagt Ali. Viele Mitschüler hätten ihm innerhalb und außerhalb der Schule Hilfe angeboten. Besonders der 16-jährige Alexander Hodolic und der 14-jährige Illir Qela waren anfangs eine große Hilfe. Sie sprechen Alis Muttersprachen. Illir beherrscht sogar beide Sprachen, obwohl er in Deutschland geboren worden ist. Denn seine Mutter ist Serbin, sein Vater Albaner.

Auch Alexander kann auf Serbisch weiterhelfen, das er von den Eltern gelernt hat. So konnten sie sich gut mit ihm unterhalten und für ihn übersetzen. Alexander erzählt, dass sie anfangs mit Ali und Avni diverse Behördengänge gemacht haben: „Wir sind zum Beispiel mit den beiden zum Rathaus gegangen und haben einen Pass beantragt.“ Auch haben sie den beiden in Rinteln gezeigt, wo man einkaufen kann.

Alexander und Ilir haben auch den Lehrern in der Schule oft als Dolmetscher für Ali gedient: „Außerdem haben wir Infoblätter oder Ähnliches aus der Schule für die beiden Brüder und ihre Mutter auf Serbisch übersetzt.“

Zunächst ging Ali zum Einzelförderunterricht, um sein Deutsch zu verbessern. Aber das war nicht lange nötig, weil er auch noch nach der Schule Deutsch geübt hat: „Besonders das Alphabet musste ich lernen“, sagt Ali. Klassenlehrerin Yvonne Arnold erzählt, dass er Deutsch mittlerweile gut sprechen und noch besser verstehen könne. „Die Buchstaben werden im Serbischen und im Deutschen ähnlich aneinandergereiht, und somit fällt es ihm leichter, einen Text lesen zu können.“

Im Unterricht nehmen sich die Lehrer schon ein bisschen mehr Zeit für Ali und Avni sowie für die anderen Flüchtlinge, die auf die Hildburgschule gehen. In Mathe und Deutsch werden teilweise andere Materialien gebraucht und gesonderte Aufgaben gestellt. Aber in den vielen anderen Fächern nehmen sie ganz regulär am Unterricht teil, sagt Arnold. Ali erzählt, dass es mit der Verständigung auf Deutsch immer besser wird.

Kein Problem ist die Sprache, wenn er auf dem Fußballplatz steht. Ali ist ein genauso begeisterter Kicker wie Alexander und Illir. Deswegen haben die beiden Ali mit zur Fußball-AG genommen. Ein anderer Schüler hat sich darum gekümmert, dass er auch in einem Verein spielen kann. Beim TSV Krankenhagen spielt Ali jetzt in der A-Jugend und bei den 2. Herren. In beiden Teams und in der AG wurde Ali von allen Mitspielern gut aufgenommen. Der Sport habe ihm geholfen, besser Deutsch zu sprechen und Freunde zu finden.

Schulleiterin Martina Struckmann berichtet nur Gutes über Ali: „Er legt ein gutes Sozialverhalten an den Tag und ist motiviert zu lernen.“ Inzwischen hilft Ali selbst Flüchtlingen, die neu nach Rinteln kommen. nis

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