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Betrug: Porsche-Käufer gibt sein Geld verloren

Rinteln/Bückeburg / Prozess Betrug: Porsche-Käufer gibt sein Geld verloren

Gern hätte Robert L. dem Mann, von dem er sich betrogen fühlt, in die Augen gesehen und gefragt, „warum er das gemacht hat“. Daraus wird nun vorerst nichts.

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Rinteln/Bückeburg (ly). Im Zivilprozess um einen verschwundenen Porsche Panamera S (wir berichteten) blieb der Platz für den Beklagten leer. Eigentlich hätte dort, gegenüber von Kläger Robert L., ein Rintelner Gebrauchtwagenhändler sitzen sollen.

 Am Donnerstag hat Axel Schulte, Richter am Landgericht in Bückeburg, daraufhin ein Versäumnisurteil verkündet. Darin steht, dass der beklagte Händler 47000 Euro, die Anzahlung für den angeblich 52000 Euro teuren Porsche (400 PS), zurückzahlen muss. Versäumnisurteile ergehen, wenn eine Partei trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht zur Verhandlung erscheint – wie hier. Aufgeklärt ist der Fall damit nicht.

 Urteil hin oder her: Robert L. aus Gotha, von Beruf Filialleiter in der Modebranche, glaubt nicht, dass die Sache für ihn gut ausgeht. „Wie es aussieht, werde ich mein Geld nicht wiederbekommen“, befürchtet er, einem Betrüger aufgesessen zu sein. Bei seinen Recherchen will der Autofan auf Bilder aus einem Klub gestoßen sein, „wo sich der angeblich mittellose Mann mit großen Champagner-Flaschen ablichten lässt und mein Geld in vollen Zügen ausgibt“.

 Robert L. war zu gutgläubig, wenn nicht naiv, das sieht er mittlerweile selbst so. Nach Darstellung von L. hatte der Verkäufer im April bei einem Treffen in Wiesbaden, wo der im Internet angebotene Porsche stand, zunächst die 47000 Euro kassiert. Anschließend soll sich der Rintelner dann unter dem Vorwand, noch zum Finanzamt zu müssen, mitsamt Geld und Porsche verdünnisiert haben. Robert L. sagt dazu, dass er dem anderen Mann vertraut habe, weil zwei frühere Autokäufe reibungslos abgelaufen seien. „Dumm gelaufen.“

 Gegen das Versäumnisurteil (ohne Begründung) kann der Gebrauchtwagenhändler noch Einspruch einlegen. Vor Gericht hatte Robert L. ursprünglich den Porsche verlangt, dann aber einen Rücktritt vom Kaufvertrag geltend gemacht. Richter Schulte unterstellt, dass ein solcher Kontrakt zustande gekommen ist. Der beklagte Händler hatte sinngemäß argumentiert, er sei nicht der Verkäufer des Autos gewesen. Bei dem Geld soll es sich vielmehr um ein Darlehn gehandelt haben, um den Wagen ankaufen zu können.

 Strafrechtlich hat die Sache ebenfalls ein Nachspiel. Laut Klaus Jochen Schmidt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bückeburg, ermittelt jetzt die Anklagebehörde in Wiesbaden, mutmaßlich der Haupt-Tatort. Fest steht, dass der Rintelner wegen Betruges unter Bewährung stand. Im Herbst 2011 hatte ihn das Amtsgericht per Strafbefehl zu acht Monaten Haft verurteilt, die Vollstreckung der Strafe aber zunächst ausgesetzt. In vier Fällen war an Tachos manipuliert worden, um eine geringere Laufleistung vorzutäuschen. Den Preis trieb dies nach oben.

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