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Betrug mit Luxus-Kinderwagen?

Zweite Auflage des Prozesses vor dem Bückeburger Landgericht Betrug mit Luxus-Kinderwagen?

Unter keinem sonderlich glücklichen Stern steht ein Berufungsprozess um einen mehrfach verkauften Luxus-Kinderwagen: Bereits zum zweiten Mal ist jetzt die Neuauflage des Betrugsverfahrens vor dem Landgericht in Bückeburg geplatzt, weil die Angeklagte wiederholt nicht zur Verhandlung erschien.

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Rinteln/Bückeburg. Die 20-jährige Ostwestfälin, eine junge Mutter von mehreren kleinen Kindern, war vor knapp einem Jahr in erster Instanz vom Amtsgericht Rinteln freigesprochen worden. Der Vorsitzende Richter hatte es damals nicht als erwiesen angesehen, dass die Frau einen Luxus-Kinderwagen gleich zweimal in betrügerischer Absicht für 280 Euro verkauft hatte. Anderer Auffassung war die Staatsanwaltschaft, die eine Verurteilung forderte und deshalb gegen die Entscheidung Berufung einlegte. Vor fünf Monaten sollte in Bückeburg der erste Anlauf stattfinden, den Fall neu aufzurollen. Die Berufungskammer wartete aber vergeblich auf die Angeklagte. Auch diesmal fehlte die junge Mutter ohne Entschuldigung. Dem Vernehmen nach ist sie wieder umgezogen. Nun ist Schluss, zum nächsten Termin soll die Frau von der Polizei vorgeführt werden. „Es ist nicht schön, das so zu machen bei einer jungen Mutter“, sagte die Vorsitzende Richterin Eike Höcker. „Aber sie muss kommen“, fügte sie hinzu.

  Der Fall: Im Februar 2013 bot die Angeklagte über diverse Internet-Verkaufsportale einen Luxus-Kinderwagen mit Alu-Gestell zum Kauf an. Es meldeten sich etliche Interessenten, so auch eine Frau aus Düsseldorf. Die 27-Jährige kaufte den Wagen und überwies die 280 Euro wie vereinbart auf das Konto der Ostwestfälin. Als die Ware nicht ankam, versuchte die Düsseldorferin vergeblich, die Verkäuferin ans Telefon zu bekommen. Stattdessen veräußerte die Angeklagte den Kinderwagen an eine andere Interessentin, die zu ihr nach Hause gekommen war und den Wagen gleich mitnahm. Auch von ihr kassierte sie 280 Euro. In erster Instanz äußerte die mehrfache Mutter damals sinngemäß, sie habe schon mit der Düsseldorferin das Geschäft abwickeln wollen. Dann sei jedoch die andere Frau zu ihr gekommen.

 Dass sie von Anfang an die Düsseldorferin prellen wollte, was Voraussetzung für eine Verurteilung ist, konnte ihr nach Überzeugung des Amtsgerichts nicht nachgewiesen werden. Schon damals anderer Meinung war der Staatsanwalt: Er forderte eine Geldauflage (100 Euro) und zusätzlich eine Schadenswiedergutmachung (280 Euro) wegen Betruges.

maf

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