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Bildung und Teilhabe – Resonanz noch mäßig

Rinteln / Hilfspaket Bildung und Teilhabe – Resonanz noch mäßig

„Leistungen für Bildung und Teilhabe“ am gesellschaftlichen Leben sollen finanzschwache und bildungsferne Schichten nach dem Gesetzespaket von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bekommen, doch die Nachfrage ist dürftig. Zu kompliziert erscheinen die Anträge, die Info-Flyer wirken kaum. Nun hat das Sozialamt des Landkreises Rintelner Lehrer und Kita-Betreuer im Mehrzweckraum der Grundschule Nord geschult, um dem gut gemeinten, aber viel zu umständlichen Hilfspaket auf die Sprünge zu helfen.

Rinteln (dil). „Wir haben das Bürokratiemonster so schlank wie möglich gemacht“, erklärte Kreissozialamtsleiter Heinz Kraschewski den rund zwei Dutzend Lehrkräften. Sein Mitarbeiter Frank Rode erklärte das Hilfspaket dann mit einer Powerpoint-Präsentation.
Es geht um Unterstützung für ein- und mehrtägige Ausflüge in Schulen und Kindertagesstätten, persönlichen Schulbedarf, Schülerbeförderung, Lernförderung, Mehraufwendungen für eine gemeinschaftliche Mittagsverpflegung und Mitgliedsbeiträge in diversen Freizeitbereichen. Der überwiegende Teil der Leistungen wird direkt an den jeweiligen Anbieter ausgezahlt, die Eltern bekommen das Geld nicht in die Hand. Der Gesetzgeber will so sicherstellen, dass die durch das Bildungspaket geschaffenen zusätzlichen Leistungen auch den betreffenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zugute kommen.

Rode erläuterte den Lehrern die Antragsformulare. Kraschewski betonte, dass noch bis 30. Juni rückwirkend zum Jahresbeginn Anträge auf Zuschuss zu einigen der Leistungen gestellt werden können. Näheres gibt es unter www.schaumburg.de.
Für die Durchführung der Lernförderung bei gefährdetem Erreichen der Lernziele (also auch Versetzung) in der Schule ist die Volkshochschule (VHS) zuständig. Den Bedarf und den Umfang der nötigen Nachhilfe muss ein Lehrer bestätigen. Andere Lehrer, Ingenieure und Fremdsprachenkorrespondenten stehen für die Nachhilfestunden zur Verfügung. Die Bearbeitung der Anträge läuft derzeit nur bei der VHS in Stadthagen, soll bald aber auch in Rinteln möglich sein.

Bei den Rintelner Lehrern war die Unzufriedenheit mit der bisherigen Durchführung des Bildungspakets unüberhörbar. Die leidigen Essensgutscheine sollen bald durch eine pauschale Berechtigung ersetzt werden. Doch der Geldfluss vom Land an die Schulen, die dem Caterer das Essen bezahlen müssen, klappt nur unzureichend. Die Schulen haben außerdem kaum Kontrollmöglichkeiten, was welche Eltern beantragt haben. Eine Schulleiterin vermutete, dass viele Eltern die neuen Angebote gar nicht ernst nehmen oder verstehen. Rode erwiderte, alle Eltern hätten jetzt noch einmal einen Infobrief erhalten.

770 Anträge sind im Landkreis bereits gestellt, nicht viel bei mehr als 6000 Anspruchsberechtigten, fand Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Er kündigte den Lehrern an, in einem halben Jahr wieder zusammenzutreffen, um Bilanz zu ziehen.

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