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Blumenkind und Funkenregen am Doktorsee

Rinteln / "Doktorsee in Flammen" Blumenkind und Funkenregen am Doktorsee

Der Sommer ist klar Festival-Saison, und ist der Sommer nun mal keiner – so wie in diesem Jahr –, dann lockt es eben nur die ganz Harten zum Open Air. Nicht anders ist es am Sonnabend (23. Juli) bei „Doktorsee in Flammen“ gewesen.

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Das Wetter hält sich bei „Doktorsee in Flammen“ – und das finale „Brokatbild“ des Höhenfeuerwerks lässt den Nachthimmel glitzern. © tol

Rinteln (mld). Nicht nur Veranstalter und Doktorsee-Betreiber Uwe Deppe warf mehr als einen Blick gen wolkenverhangenen Himmel und fragte sich: Hält sich das Wetter?

„Wir hatten anfangs die Befürchtung, dass das heute Abend nichts werden würde. Aber jetzt wissen wir, dass es doch etwas geworden ist.“ Mit diesen Worten kommentierte Roger, Frontsänger der Coverband „Meilenstein“, die dann doch noch große Gruppe Menschen, die sich am Sonnabend nach Einbruch der Dunkelheit vor der Bühne versammelt hatte. Der Satz hätte allerdings auch von Deppe stammen können: Nach nachmittäglichem Regenschauer kam die Sonne doch noch hervor und lockte die Besucher zum Doktorsee.

Dass sich zumindest „Meilenstein“ vom Wetter nichts vorschreiben ließ, war ihrem Repertoire („Walking on sunshine“, „Summer of ‘69“) anzuhören. Allein der Satz „Leute, die Sonne scheint!“ von Frontfrau Molly sorgte für Begeisterungsstürme des Publikums, das es sich – zumindest vereinzelt – nicht nehmen ließ, gegen die Kälte anzutanzen.

Ein wenig schwerer hatte es da das Helene-Fischer-Double, mit bürgerlichem Namen Anni Perka. Was vielleicht daran lag, dass am Nachmittag noch nicht allzu viele Schlagerfans ihren Weg zum Doktorsee gefunden hatten, oder an Liedern mit Zeilen wie „draußen fällt der Regen, als ob die Seele weint“.

Besonders genau im Blick hatte das Wetter Frank-Jürgen Pook mit seinem Team von „Pook Pyrotechnik“, das für das große, 14-Minuten-Feuerwerk zuständig war.
Insgesamt eine Woche lang dauert die Programmierung des Spektakels, sprich, um Feuerwerk und Musik genau aufeinander abzustimmen, dazu kommen noch einmal zwei Tage Aufbauarbeiten vor Ort. Insgesamt acht Mann verlegen dabei etwa ein Kilometer Kabel und bringen die drei Abschussrampen auf dem See in Position. Allein für das große Finale der Show, ein sogenanntes Brokatbild in funkelnden Goldtönen, gibt es 120 Effekte innerhalb von zehn Sekunden.

Doch der Höhepunkt des Abends war wohl der Auftritt der dänischen Pop- und Folk-Sängerin Aura Dione, die sich mit Hits wie „I will love you Monday“ und „Song for Sophie“ an die Spitze der deutschen Charts und in die Radios gesungen hat.
Bereits Stunden vor dem Auftritt warteten zum Beispiel Lilly (11 Jahre), Susanne (10), Eveline (12), Robert (12) sowie Elias (7) und seine Schwester Leonie (10), auf das Erscheinen des Stars. Mit ihren Eltern sind sie eigens aus Bielefeld und Bünde angereist und haben in der Nacht zuvor am Doktorsee gezeltet, um Dione sehen zu können. Die Alben zu Hause? Aber klar. Alle Lieder mitsingen können? Gar keine Frage.

Und dann kommt die 23-Jährige kurz nach 21 Uhr auf die Bühne, mit charmantem Klein-Mädchen-Lachen und, vollkommen unbeeindruckt von Wind und Wetter, in Paillettenjacke und Blumen-Hotpants. Irgendwo zwischen Disneyland, Folklore und Blumenkind bewegt sie sich stets, tanzt, singt, bittet die Menschen vor der Bühne, sich stets gegenseitig zu respektieren, spielt – unterstützt von einer vierköpfigen Band – Gitarre und schafft gar einen Kostümwechsel direkt auf der Bühne.

Die Handykameras laufen stets, mitgetanzt, gesungen und geklatscht wird sowieso. „Sie sehen super aus“, ruft die Dänin, die ein wenig Deutsch kann, dem Publikum zu, und spricht gleich mehrere Male ein „super liebes herzliches Dankeschön“ aus. Und irgendwie wird man an diesem Abend das Gefühl nicht los, dass zumindest für ein paar Stunden der Sommer dann doch Einzug am Doktorsee gehalten hat.

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