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Bratwurst neben Paprika

Rinteln Bratwurst neben Paprika

Um 16 Uhr soll das Grillfest für Flüchtlinge und ihre Helfer an der ehemaligen Pestalozzischule beginnen, doch draußen stehen fast nur Deutsche.

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Rinteln. „Die kochen drinnen noch fleißig“, sagt Sozialarbeiterin Veronika Matamu lachend. Doch da kommen schon Mirsada und ihre Mutter Sevda Gurzakovic aus der Tür, tragen zwei Tabletts voller Leckereien aus ihrer Heimat Montenegro – dekoriert mit bunten Fähnchen europäischer Länder. „Seit heute Morgen stehe ich schon in der Küche“, sagt Mirsada. „Jetzt tun mir aber die Füße weh.“

„Die Flüchtlinge fühlen sich hier wohl und willkommen, sie wollen deshalb gerne etwas zurückgeben“, lobt Heidemarie Hanauske, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Landkreis Schaumburg, dieses Engagement. Fünf Sozialarbeiter hat die Awo bereits im Einsatz für Flüchtlinge, einen für bis zu 100. Matamu muss in Bückeburg aktiv sein. Das geht nicht ohne ehrenamtliche Helfer.

Am Grillstand einiger Männer vom Balkan, wo Bratwurst und Putensteak neben roter und grüner Paprika brutzeln, steht der pensionierte Lehrer Klaus Reimann: „Ich gebe Deutsch-Unterricht für etwa zehn Personen“, sagt er. „Gar nicht so einfach, denn die meisten Flüchtlinge kennen ja nicht einmal das lateinische Alphabet. Sie sind mit Arabisch, Kyrillisch und anderen Schriften vertraut, da muss ich oft zur Zeichensprache greifen.“

Klaus Uhde, ehemaliger Leiter des Katasteramts, bringt sich als Fahrer ein: „Immer muss jemand irgendwo hin, und dann ist vor allem Hilfe bei der deutschen Bürokratie gefragt.“ Helmut Link, pensionierter Grundschulleiter, hat sich als Betreuungspate zweier Familien angenommen, fast jeden Tag ist er für sie tätig. Von Helferinnen, die Nähkurse geben, mit den Flüchtlingen backen und kochen, hatte diese Zeitung schon berichtet.

Doch auch materielle Spenden sind gefragt. So brachte Irmtraut Exner, stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Rinteln, gestern drei Fahrräder, ein großes Trampolin und Spielgeräte mit. Silvia Bräuer von der „Spielzeuginsel“ am Marktplatz übergab eine große Tasche voll Spielzeug. Karl-Heinz Frühmark von der Arbeitsgemeinschaft der Rintelner Sportvereine organisierte den Antransport der Torwand des SC Schwalbe Möllenbeck, „weil die Männer hier doch so gerne Fußball spielen“. Esther Navarrete-Fabisch von „Handgemacht“ an der Ostertorstraße baute einen Schminkstand auf, an dem sie Kindergesichter in Monster (Jungs) und Prinzessinen (Mädchen) verwandelte. Ein entspannter Nachmittag mit vielen neuen Kontakten auf Augenhöhe nahm seinen Lauf.

Hanauske und Georg Böhm vom Kreissozialamt freuten sich, dass nach Rodenberg nun auch in Rinteln so ein Fest möglich und erfolgreich wurde – übrigens als Teil eines bundesweiten Awo-Aktionstages.

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